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1845 wirkte er 1(oder 2) Jahre an der R und wurde dann an die Bürgerſchule verſetzt, an der er bis zu ſeinem am 12. Nov. 1874 erfolgten Tode thätig war.
15. Dr. Brunner, Hugo, geboren am 24. September 1853 zu Gudensberg, beſuchte von O 65, und zwar von III ab, das G zu Kaſſel und widmete ſich nach H 72 abgelegtem Maturitätsexamen zuerſt dem Studium der Jurisprudenz, dann der Geſchichte und Philologie auf den Univerſitäten zu Marburg, Leipzig und Münſter. Hier legte er 19. VI. 77 die Facultätsprüfung, eine Er⸗ weiterungsprüfung 7. VI. 80 in Marburg ab. Von O bis H 77 war er an unſerer Anſtalt beauftragter Lehrer, leiſtete dann ſeiner Militärpflicht Genüge, während welcher Zeit er von Mohr⸗ mann vertreten wurde, und kehrte H 78 hierher zurück. 11. XI. 80 wurde er zum ordentlichen Lehrer befördert. Durch Diplom der Univerſität Halle vom 5. III. 81 wurde er zum Doctor phil. promovirt. Von H 83 bis O 84 hielt er ſich Studien halber in Paris auf. Während dieſer Zeit vertrat ihn Walter. 2. IV. 87 ging er als Bibliothekar an die hieſige ſtändiſche Landes⸗ bibliothek.— Er ſchrieb:.
Ueber Aucassin und Nicolete. Halle 1881.— Regierung und Geiſtlichkeit in Heſſen nach dem 30ähr. Kriege.— Die Politik Landgraf Wilhelms VIII. vor und nach dem Ausbruch des Fjähr. Krieges.— Habent sua fata libelli. Handſchriften der Kaſſeler Bibliothek.— Zur Geſchichte des 30jähr. Krieges.— Beiträge zur Geſchichte der Schiff⸗ fahrt in Heſſen, insbeſ. auf der Fulda. Alle dieſe Abhandlungen in den Mittheilungen, bezw. in der Zeitſchrift des Vereins für heſſ. Geſch. und Landeskunde 1886—91.— König Jérome von Weſtphalen. Münchener Allgem. Ztg. Febr. 89.— Aufſätze betr Geſchichte und Kulturgeſchichte von Heſſen in den Jahrgängen I bis 6 der Zeitſchrift Heſſenland. Kaſſel 1887— 92. 1
16. Dr. Buchenau, Franz, geb. zu Kaſſel am 12. Januar 1831, beſuchte das hieſige G von 40— 44, dann unſere R bis 1845(cf. unten Abiturienten Nr. 32), darauf die höhere Gewerbeſchule und ſpäter die Univerſität Marburg, wo er am 19. 1. 52 zum Doctor promovirt wurde. Durch Aller⸗ höchſte Entſchließung wurde er 51 als Practikant der hieſ. R zugewieſen und übernahm nach Gräfe’s Verhaftung(ſ. unten Gräfe) einen Theil von deſſen Lehrſtunden; am 22. April 1852 beendete er ſeine diesſeitige Thätigkeit, um eine Stelle an der Rödiger'ſchen Privatrealſchule zu Hanau zu über⸗ nehmen. Von dort berief ihn Gräfe nach Bremen, wo er am 2. XII. 68 deſſen Nachfolger als Vorſteher der R mit dem Titel Profeſſor wurde, und zwar bis 1. IV. 76 Director der Geſammt⸗ Realſchule, von da ab bis jetzt Director der Ram Doventhor.— Er ſchrieb:
Atlas zum Gebrauch beim erſten geogr. Unterricht. Bremen 58.— Botaniſche Producte der Londoner Induſtrie⸗ ausſtellung. Bremen 63.— Flora Bremensis. Ebenda 66.— Das Petroleum. Berlin 69.— Index criticus Butom., Alism., Juncac. etc. Bremen 69.— Die freie Hanſaſtadt Bremen und ihr Gebiet. 2. Aufl. Ebenda 75.— Aufgaben zum bürgerlichen Rechnen. Ebenda 70.— Flora der oſtfrieſiſchen Inſeln. Norden 81.— Ferner: botan. Abhandlungen in Fachzeitſchriften und in den Schriſten des naturwiſſenſch. Vereins zu Bremen.
17. Dr. Buderus, Karl Heinrich, geb. zu Rauſchenberg, Kreis Kirchhain, am 13. April 1834. Er beſuchte von 1844—53 das G zu Marburg, dann die Univerſität daſelbſt, wo er im Dez. 1857 in Mathematik und Naturwiſſenſchaften die Facultätsprüfung ablegte. Am 4. II. 58 trat er als Practicant am G zu Marburg ein, wurde aber ſchon im April desſelben Jahres mit Unterricht am G zu Hanau beauftragt und noch in demſelben Jahre nach Hersfeld committirt. Im Jahre 1860 beſtand er die practiſche Prüfung für Gymnaſiallehrer, die damals in Hersfeld abgehalten wurde, und wurde 1863 von der philoſophiſchen Facultät in Marburg zum Doctor promovirt. In dem⸗ ſelben Jahre wurde er als Hülfslehrer*), 1866 als ordentlicher Lehrer angeſtellt. Im Winter 1867 bis 68 beſuchte er die Centralturnanſtalt in Berlin und ertheilte auch bis zu ſeinem Abgang von Hersfeld den Turnunterricht an dem dortigen G. 1. X. 71 wurde er zum Rector der diesſeitigen Anſtalt, der damaligen HB, berufen, erhielt nach der Umwandlung derſelben in eine R II. O
*) Hülfslehrer waren in kurheſſ. Zeit definitiv angeſtellte Lehrer. Die jetzigen Hülfslehrer entfprechen ungefähr den kurheſſ. beauftragten Lehrern.


