Aufsatz 
Statistische Rückschau auf 100 Semester Realschule in der Hedwigstrasse zu Kassel
Entstehung
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inſpector über die hieſigen Volksſchulen ernannt wurde; auch gehörte die R zu ſeinem Decernat, bis ſie nach Errichtung des hieſigen Königlichen Provinzial⸗Schulcollegiums(1869) dieſem unterſtellt wurde. 1870 wurde er Regierungs⸗ und Schulrath zu Merſeburg, 1883 trat er in den Ruheſtand und erhielt den Charakter als Geheimer Regierungsrath. Nach langjährigem Lungenleiden iſt er am 24. I. 92 hier geſtorben. Er ſchrieb:

Das Annolied. Inaug.⸗Diſſert. Quedlinburg 1848. Erſter Unterricht in der Weltgeſchichte in Biographien denkwürdiger Perſonen. Kaſſel 1844. Regeln für die deutſche Rechtſchreibung. 2. Aufl. Ebenda*) 59. Die weltgeſchichtlichen Momente der Geſchichte Heſſens. Vortrag. Ebenda 61.

Boekholt, Johann Wilhelm, geboren 11. Auguſt 1861 zu Leer im Hannöverſchen, erhielt auf der dortigen R I. O ſeine Schulbildung, ſtudirte 188083 zu Bonn, Göttingen und Marburg neuere Sprachen und Geſchichte, legte 16. VII. 1886 ſeine Lehramtsprüfung ab und war bis 87 Probe⸗ candidat am Rpg zu Dietz. Von Juni 87 bis 1. IV. 88 vertrat er einen beurlaubten Lehrer am Rpg zu Hofgeismar. Von 0 8s ab wirkte er hier als Hülfslehrer, vielfach zu militäriſchen Übungen beurlaubte Lehrer vertretend, leiſtete auch H 89 bis O 90 am RG Aushülfe für einen ins Ausland beurlaubten Lehrer, vertrat von O 90 bis 0 91 den krankheitshalber beurlaubten Dr. Lehmann und dann wieder, nachdem er den Sommer 91 als actives Mitglied der Genoſſen⸗ ſchaft freiwilliger Krankenpfleger im Kriege eine längere practiſche Uebung in dem Barackenlazareth zu Tempelhof bei Berlin mitgemacht hatte, im Winterhalbjahr 91 92 den nach Paris beurlaubten Dr. Meinhoff. O0 92 folgte er einer Berufung an das Kgl. RG zu Wiesbaden. Boppenhauſen, Johann Konrad, geb. zu Kaſſel am 6. April 1824, trat im J. 1838 als Schrift⸗ ſetzerlehrling in die Buchdruckerei von Döll und Schäffer hierſelbſt ein. Nachdem er ſeine vierjährige Lehrzeit beendigt hatte und noch 2 Jahre als Gehülfe in demſelben Geſchäft thätig geweſen war, ging er nach Frankfurt a. M. Daſelbſt wandte er ſich mit Eifer dem Turnweſen zu, beſuchte die Ravenſtein'ſche Turnſchule und wurde ein thätiges Mitglied des dortigen Turnvereins. 1848 kehrte er hierher zurück, trat auch dem hier gegründeten Turnverein bei und ward bald Vorſtandsmitglied. Im Jahre 1850 erſchien der Verein dem Miniſterium Haſſenpflug ſtaatsgefährlich und wurde ver⸗ boten. B. ſetzte mit ſeinen Turngenoſſen(u. A. auch Reul, vergl. unten) heimlich die Übungen fort und wurde im Mai 1856 der Nachfolger Reuls an unſerer Schule, dann noch an anderen ſtädtiſchen Schulen Turnlehrer, legte im Jahre 1868 die Turnlehrerprüfung in der Berliner Central⸗ turnanſtalt ab und erhielt darnach das Amt eines Dirigenten des ſtädtiſchen Schulturnens. Zu⸗ gleich war er zweiter Commandant des ſtädtiſchen Feuerlöſchcorps und Hauptmann der freiwilligen Turnerfeuerwehr. Er war Inhaber der Kriegsdenkmünze für Nichtcombattanten, ſowie des Kronen⸗ ordens IV. Klaſſe mit dem Genfer Kreuz. Seit 1863 war er Mitherausgeber des Adreßbuches für Kaſſel. Er trat am 1. IV. 89 in den Ruheſtand und ſtarb am 23. März 1891 nach längerem Leiden.

Brede, Wilhelm, geboren am 2. October 1843 zu Lenderſcheid im Amt Ziegenhain, war 1860 und 61 Zögling der Präparandenſchule und von da bis O 64 des Seminars zu Homberg. Von 1. I. 66 bis Ende April 75 war er Lehrer an der evangeliſchen Gemeindeſchule der deutſchen Kolonie zu Meſſina, von H 76 bis 0 79 Lehrer an der hieſigen Heuſer'ſchen Privatſchule und vom 16. 1V. 79 ab beauftragter Elementarlehrer an unſerer Anſtalt. Als ſolcher iſt er 19. I. 81 geſtorben. Breiding, Johann Bernhard, geboren zu Ermſchwerd Kr. Witzenhauſen am 25. Mai 1810, beſuchte das Gymnaſium zu Göttingen, dann das hieſige Schullehrerſeminar, dem er auch noch nach der Verlegung nach Homberg bis zur Vollendung ſeiner Ausbildung angehörte. Vom 1. April

*) Durch Ver. des Min. des Innern vom 26. II. 59 wurde beſtimmt, daß dieſe Schrift in allen hieſigen öffentlichen

wie Privatſchulen dem Unterricht in der Rechtſchreibung zu Grunde zu legen ſei.