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vielen wissenschaftlichen Namen nicht gelernt und zu Hause sollen sie nicht gelernt werden; der Schüler braucht sie überhaupt nicht.
Meines Erachtens ist in systematischer Hinsicht auf dem Gebiet der Botanik Genügendes geleistet, wenn auf Grund von eigenen Beobachtungen folgende Gruppen ermittelt und durch öfteren, praktischen Gebrauch, womöglich an lebenden Pflanzen, zur Not bei Repetitionen auch an Abbildungen oder Mumien(Sog. Herbarien) eingeübt werden:
A. Sporenpflanzen, Kryptogamen. a) Zellenkryptogamen. I. Lagerpflanzen. 1. Algen. 2. Pilze. 3. Flechten. 4. Armleuchter(eventuell) II. Moose. 1. Lebermoose(eventuell) 2. Laubmoose. b) Gefäßkryptogamen*). 1. Farne. 2. Schachtelhalme. 3. Baärlappe(eventuell)
B. Blütenpflanzen, Phanerogamen.
a) Nacktsamer. 1. Nadelhölzer.
b) Bedecktsamer.
*.) Einkeimblätterige(Monocotyledonen). Von diesen höchstens zehn Familien. 6) Zweikeimblaätterige(Dicotyledonen).
Hier kann man noch„blumenblattlose“,„mit verwachsenen Blumenblättern“ und„mit getrennten Kronenblättern“ unterscheiden und die wichtigsten Familien, deren Zahl 20 nicht übersteigen darf, einordnen lassen.
Weniger ist oft mehr.
Auch auf dem Gebiete der Zoologie kann der systematische Lehrstoff bedeutend einge- schränkt werden. Etwa die Klassen der Wirbeltiere, die Ordnungen der Säuger und Vögel, der Reptilien und Lurche. Bei den Fischen hätte schon eine Reduktion einzutreten. Das reichhaltige Gebiet der niederen Tiere läßt sich systematisch überhaupt gar nicht oder nur sehr eingeschränkt behandeln. Hier ist die Zeit zu kurz und anderes ist viel wichtiger. Man müßte denn gerade das System einfach geben und dies ist methodisch nicht richtig. Man bedenke auch, daß das System immer etwas ist, was wir Meuschen in die Natur künstlich hineintragen; das Sytem ist unsere Zuthat; wir stoßen ja auch dabei überall auf die größten Schwierigkeiten.
*) In einem Leitfaden für Botanik werden sie„Pteridophyta“ genannt.


