Aufsatz 
Berliner Vornamen. Eine Statistische Untersuchung : 1. Teil
Entstehung
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III. Chronik.

1. Veränderungen im Lehrerkollegium.

Mit dem Beginne desSchuljahres, das am 16. April erffnet wurde, nahm Herr Oberlehrer Dr. Meyer, seine Unterrichtsthäâtigkeit wieder auf, nachdem er für den vorausgegangenen Winter zum Zwecke wissenschaftlicher Studien beurlaubt gewesen war. So konnte nach mehrjährigen Stôrungen verschiedener Art endlich der gesamte mathematische und natur- wissenschaftliche Unterricht in einer Weise geregelt werden, die für eine tüchtige Ausbildung der Schüler in diesen bedeutsamen Lehrfächern Gewähr bietet. Zu gleicher Zeit wurde für die drei oberen Klassen neben dem bisherigen Zeichenunterricht ein besonderer Unterricht im geometrischen Zeichnen eingerichtet, der in den Händen des Herrn Oberlehrers Dr. Meyer lag. Die Beteiligung der Schüler war eine lebhafte; die Ergebnisse haben unseren Erwartungen in vollem Maſse entsprochen.

Von den beiden neugeschaffenen Oberlehrerstellen war im vorausgehenden Schuljahre nur die eine besetzt worden. Die Hoffnung, für die zweite wenigstens bis zum Ablaufe des Schul- jahres eine geeignete Lehrkraft zu gewinnen, hatte sich leider nicht erfüllt. Da auſserdem Herrn Prof. Dr. Riese für das Sommerhalbjahr wiederum eine Unterrichtserleichterung zur Wiederherstellung seiner Gesundheit gewährt war, muſste eine gröſsere Zahl von Unter- richtsstunden Hilfslehrern übertragen werden. Zu unserer Freude blieben die wissenschaftlichen Hiltslehrer Herren Steiger und Fechner, die uns bereits im vorigen Schuljahr erfolgreich unterstützt hatten, der Anstalt weiterhin erhalten. Zu besonderem Danke sind wir Herrn Weinsheimer, ordentlichem Lehrer an der hiesigen Souchayschule, dafür verpflichtet, daſs er trotz aller Unbequemlichkeit sich wieder bereit finden liefs, in zwei Klassen den Turnunterricht zu erteilen.

Zu einer militärischen Dienstleistung war der wissenschaftliche Hilfslehrer Steiger von Anfang Juni ab einberufen. Die Vertretung bereitete Schwierigkeiten, da sie nur zum Teil von Mitgliedern des Kollegiums übernommen werden konnte. In dieser Verlegenheit half uns der wissenschaftliche Hilfslehrer des Königlichen Kaiser-Friedrichs-Gymnasiums Herr Dr. Heinemann freundlichst aus; für seinen wirksamen Beistand sei ihm auch an dieser Stelle Dank ausgesprochen.

Ein groſser Verlust traf unsere Anstalt am Ende des Sommerhalbjahres, indem Herr Prof. Dr. Riese seiner schwankenden Gesundheit wegen um die Versetzung in den Ruhestand nachsuchte. Erst nach schwerem Kampfe hatte er sich zu dem Entschlusse durchgerungen, von einer Thätigkeit Abschied zu nehmen, an der er mit allen Fasern seines Herzens hing.

Eine lange Reihe von Jahren hat Herr Prof. Dr. Riese an unserer Schule gewirkt und einen hervorragenden Einfluſs auf ihre Entwicklung ausgeübt. Durch seine wissen- schaftlichen Neigungen anfangs dem akademischen Lehramte zugeführt, folgte er im Jahre 1868 einer ehrenvollen Berufung an das Gymnasium seiner Vaterstadt. Mit voller Hingebung hat er dann der Anstalt, auf der er selbst seine erste Ausbildung genossen und die be-