Aufsatz 
Die alten Handschriften der Gymnasialbibliothek / Dr. Pulch
Entstehung
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Eine kurze Inhaltsangabe gibt ſchon J. N. Funck in Publicae in illustri Ernestina Rintelien- sium academia bibliothecae accessio, Rint. 1751 p. 181 unter libri medici 4 N. II und ebenda p. 47. erzählt er, daß die Hdſchr. zwiſchen 1733 und 1751 der Bibliothek geſchenkt worden iſt.(D. Ant. Ern. Brovning, medicinae doctor,.... codice manuscripto Trotulam de pass. mul., Girardi methodum medendi, aliosque tractatus medicos attulit.)

3. Altdeutſche Handſchrift.

Papierhdſchr. aus dem Ende des 14. oder Anfang des 15. Jh. 30 cm. hoch und 21 cm. breit. 36 Quarternionen, dann noch ein Heft von 5 Doppelblättern. Die erſten 32 Quater⸗ nionen ſind alle auf dasſelbe ſtarke Papier geſchrieben. Waſſerzeichen: zwei gekreuzte Schlüſſel. In 33 ſind nur die beiden inneren Lagen noch von dieſem Papier, die zwei äußeren von etwas ſchlechterem mit undeutlichem Waſſerzeichen(ein got. Majuskel⸗A mit einem Kreuz darüber?) Dieſes letztere Papier iſt dann bis zum Schluß ausſchließlich benutzt. Bei einer Reparatur des Einbandes waren die Blätter am Anfang und Schluß in Unordnung geraten. Ich habe ſie ge⸗ ordnet und dabei auf Grund der Waſeerzeichen feſtgeſtellt, daß das letzte Heft von 5 Blattlagen vollſtändig iſt. Danach folgten, wie der Inhalt ergibt, zwei jetzt verlorene Blätter. Am Anfang fehlt aus dem 1. Quarternio Blatt 1, 2 und 8, aus dem 2. die äußere Blattlage, alſo Blatt 9 und 16 des ganzen. Ich habe dafür weiße Blätter eingeſetzt. Mit Einſchluß derſelben ſind es 298 Bl. Die Nummern der Blätter und Quaternionen habe ich mit Blauſtift eingetragen. Kuſtoden nicht vorhanden.

Kolumnenumriß mit Tinte, keine Linien. Meiſt 35 ungeſpaltene Zeilen auf der Seite. Alles) von einer geübten Hand, Überſchriften und Initialen rot, Anfangsbuchſtaben der Sätze rot durchſtrichen, ebenſo meiſt die Eigennamen; von Interpunktionszeichen nur der ſehr ſelten ge⸗ ſetzte Punkt.

Inhalt: 1. Plenarium mit der Gloſſe.(Vom Anf. Bl. 198) Bl. 1 und 2 fehlen und damit Titel und Anfang des Index. Bl. 3a 5a enthält den Reſt des Index, welcher die Anfangsworte ſämtlicher Lektionen anführt. Bl. 3a beginnt: In den tagen sesz tage vur ostern Dinstag In den tagen sprach jheremias Passio be waren ostern ouer tzwen thagen Mitzwoch Disz spricht god der herre ir tochter In den tagen sprach ysaias passio Esz nahet der tag u. ſ. w.

Bl. 5b iſt leer. Auf Bl. 6a beginnt der Text: Hy hebit sic an daz buch von den Ewangelien vnde von de Epysteln durch daz Iar nach der ordenunge an dem Suntag schribet paulus dosse Epysteln.

BRudere wyszet das itzunt ist die stunde von deme slaffe uff zu steen u. ſ. w.

*) Abgeſehen von einigen wenigen ſpäteren Zuſätzen am Rande.