Aufsatz 
Die alten Handschriften der Gymnasialbibliothek / Dr. Pulch
Entstehung
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I. Die alten Handſchriften der Gymnaſialbibliothek.

Die Handſchriften unſerer Gymnaſial⸗Bibliothek ſtammen aus der ehemaligen Univerſi⸗ tätsbibliothek zu Rinteln. Nach der Aufhebung der Univerſität im Jahre 1810 kam ein Teil dieſer Bibliothek nach Marburg und Cöttingen(Vgl. Suchier im Rinteler Gymn.⸗Progr. 1878), ſehr vieles aber blieb hier in Rinteln, darunter der größte Teil der Handſchriften. Als dann 1817 das Gymnaſium an die Stelle der Univerſität trat, ſuchte der erſte Direktor deſſelben, D. Wiß, aus den Reſten der Univerſitätsbibliothek heraus, was ihm für die Zwecke einer Gymnaſial⸗ Bibliothek brauchbar ſchien, einen großen Teil der alten Bücher aber ließ er ungeordnet und un⸗ verzeichnet ſtehen. So unterſchied man allmählich die alte ungeordnete und die neue im Katalog verzeichnete Gymnaſial⸗Bibliothek, und ſelbſt als vor zehn Jahren die Bibliothek in ihr neues Lokal im jetzigen Gymnaſialgebäude gebracht wurde, hat eine Verſchmelzung der beiden Beſtandteile nicht ſtattgefunden. Da dieſelbe jedoch zur Erhaltung und Nutzbarmachung der z. T. ſehr wertvollen alten Bücher durchaus notwendig iſt, habe ich im letzten Jahr die alte Bibliothek durchſucht und einſtweilen wenigſtens die noch vorhandenen Handſchriften zuſammengeſtellt. In die neue Bibliothek waren nur zwei Handſchriften, darunter die unten beſchriebene altdeutſche, aufgenommen. Im ganzen ſind aber etwa 40 Bände vorhanden, der größte Teil freilich aus neuerer Zeit, nament⸗ lich dem 17. Jahrhundert, darunter aber manches für Kirchen⸗ und Univerſitätsgeſchichte ſehr in⸗ tereſſante. Ein Verzeichnis dieſer neueren Handſchriften mit Abdruck einiger dazu geeigneten Stücke hoffe ich ein andermal geben zu können. Hier möge es genügen die alten Handſſchriften unſerer Gymnaſial⸗Bibliothek zu beſprechen.