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erkennen“ oder, wie das im Hebräischen gelautet haben wird,„seine Seele erkennen“ hat seine Parallele in dem Wort von der Selbstverleugnung. Wer Jesu nachfolgen will, muss seine Seele, sein Leben verleugnen; wer das Gottesreich finden will, muss seine Seele, sein Leben erkennen. Wenn er das nicht tut, wenn er Schaden nimmt an seiner Seele, so nützt ihm die ganze Welt nichts. Man kann nicht sagen, dass diese Gedanken besonders philosophisch aus- gedrückt sind; aber Jesus wollte auch keine Philosophie bringen. Bei dem dunklen Schluss hat man, vorausgesetzt, dass er richtig ergänzt ist, an das himmlische Jerusalem zu denken. „Stadt“ und„Reich“ sind wesentlich identisch ¹). Swete erinnert an Matth. 5, 14; Hebr. 12, 22. Näher liegt es, an Hebr. 13, 14 zu denken:„wir haben hier keine bleibende Stadt, sondern die zukünftige suchen wir.“
12. Es spricht Jesus: Der Mensch wird nicht ablassen(nach den Zeiten) zu forschen.... wegen der Orte des(Reiches; ihr sollt wissen), dass viele(Erste die Letzten) sein werden, und Letate die Ersten und(nur wenige werden es finden). Die Ergänzung der vorhandenen Worte ist auch hier unsicher. Es scheint, dass sich das Wort mit der Frage nach der Rangordnung im Himmelreich beschäftigt habe, wie auch unter den Jüngern diese Frage diskutiert wurde (Marc. 9, 33 ff.; 10, 35 ff.; Matth. 18, 1 ff.; 20, 20 ff.; Luc. 9, 46 ff.). Im einzelnen ist aber der Sinn nicht mehr klar zu erkennen. Es ist auch möglich, da von dem„beobachten“ die Rede ist, dass von Zeit und Ort der Erscheinung des Himmelreiches gesprochen wird, um die sich die Menschen Sorgen machen(vgl. Luc. 17, 20 ff.). Der zweite Teil ist bekannt; s. Matth. 19, 30; 20, 16; Marc. 10, 31; Luc. 13, 30. Das Wort ist von Matth. zweimal verwandt; es scheint ihm besonders gefallen zu haben. Das eine Mal(19, 30= Marc. 10, 31) bei einer Frage des Petrus, welchen Lohn die Jünger dafür erhalten sollen, dass sie alles verlassen haben; Jesus antwortet: sie werden im Himmelreich einen hundertfältigen Ersatz bekommen, und fügt— sehr überraschend und wenig passend— hinzu:„Viele Letzte werden die Ersten sein und Erste die Letzten“. Das andere Mal bildet das Wort den Schluss des Gleichnisses von den Arbeitern im Weinberg. Die zuletzt Gemieteten erhalten denselben Lohn, wie die, die den ganzen Tag gearbeitet haben. Auf die Frage, warum sie nicht mehr bekämen, antwortet Jesus den Murrenden: „Habe ich nicht Macht, mit meinem Gut zu tun, was ich will?“ Der Schluss, eben dieses Wort, entspricht weder dem Sinn noch dem Wortlaut des Gleichnisses.²) Ganz mechanisch ist er angefügt, scheinbar darum, weil die zuletzt gemieteten Arbeiter zuerst abgelohnt werden. In passenderem Zusammenhange steht das Wort bei Luc. Es fragt jemand, ob nur wenige gerettet würden. Jesus antwortet, sie sollten sich bemühen, in das Gottesreich zu kommen; alles andere sei für sie nebensächlich. Von Norden und Osten würden sie kommen;„und siehe, es sind Letzte, die werden die Ersten sein, und es sind Erste, die werden die Letzten sein“. Ob freilich diese Deutung auf die Bekehrung der Heiden und die Verwerfung der Juden in dem Sinne Jesu gelegen hat, ist mehr als fraglich; auch sind die V. 28— 30 bei Luc. etwas unmotiviert angehängt.
13. Es spricht Jesus:(Alles was nicht) vor deinem Angesicht ist und(was verborgen ist) vor dir wird offenbart werden;(denn es gibt) nichts Verborgenes, was(nicht offenbar werden wird) und nichts Begrabenes, was nicht(auferweckt werden wird). Der Spruch berührt sich eng mit Matth. 10, 26:„es ist nichts verhüllt, was nicht enthüllt werde und nichts verborgen, was nicht bekannt werde“. Ebenso Luc. 12, 2. Khnlich auch Marc. 4, 22:„es ist nichts verborgen, was nicht geoffenbart werde, und nichts heimlich, was nicht ans Licht komme“; ebenso bei
¹) Auch Clemens Alex., Strom. II, 125 4) 0558 eic T7„ TLerspay röht loxNet will Stählin(vgl. Harnack, Theol. Litz. Zeit. 1904, Sp. 356) das x*⁸⁴Gεςα ideal verstanden wissen. ²) Vgl. dazu Jülicher, Gleichnisreden Jesu II, 469 ff.


