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auch Joh. 4, 44 Bezug genommen ist. Hier ist der Satz negativ:„nicht ist der Prophet un- geehrt, ausser in seiner Vaterstadt und in seinem Vaterhaus.“ In den drei Evangelien ist das Wort auf die Erlebnisse Jesu in Nazareth bezogen. Sie fügen auch die Bemerkung hinzu, dass Jesus wegen des Unglaubens seiner Landsleute in seiner Heimat keine Wunder habe wirken können. Was da als historische Notiz auftritt, ist in dem oben mitgeteilten Spruch in die Form einer Sentenz gekleidet. Jesus vergleicht auch sonst seine Tätigkeit mit der eines Arztes Matth. 9, 12. Marc. 2, 17. Luc. 5, 31; vgl. Luc. 4, 23. Bemerkenswert ist auch hier, dass wiederum Luc. den genau übereinstimmenden Text bietet(vgl. o. S. 16).
7. Es spricht Jesus: eine Stadt die auf dem Gipfel eines hohen Berges erbaut und fest gegründet ist, kann nicht sfürzen noch auch verborgen bleiben. Die Bergpredigt bietet auch hierzu eine Parallele. Matth. 5, 14:„Ihr seid das Licht der Welt. Es kann die Stadt, die auf einem Berge liegt, nicht verborgen bleiben.“ Die zweite Hälfte, die mit unserm Worte stimmt, sprengt bei Matth. den Zusammenhang. Denn vorher und nachher ist nur von dem Licht die Rede. Offenbar sollte der hier eingeschobene Satz zur Erläuterung des folgenden Gedankens, dass man das Licht auf den Leuchter setzt, dienen. Die Parallelen Marc. 4, 21; Luc. 8, 16; 11, 33 haben daher auch das Wort von der Stadt nicht. Daneben findet sich in dem hier besprochenen Wort ein Gedanke, der in anderer Form am Schluss der Bergpredigt weiter ausgeführt ist(Matth. 7, 24 f.; Luc. 6, 48), dass nämlich ein auf einen Felsen gebautes Ilaus dem Sturm und Winterregen standhält.
8. Es spricht Jesus:(was) du hörst mit deinem einen Ohr... Die Worte sind leider so verstümmelt, dass man nichts mehr damit anfangen kann. Es liegt nahe, an Matth. 10. 27; Luc. 12, 3 zu denken; aber es ist sehr unsicher, ob man damit dem Sinn des ganzen nahekommt.
Das 1903 neugefundene Blatt ist leider noch viel stärker zerstört, so dass hier noch viel mehr blosse Vermutung bleiben muss. ¹).
9. Dies sind die Worte.... die Jesus sprach, der Lebendige.... und 2u Thomas*, und es sprach(eu ihm der Herr: Wer) auf diese Worte hört, wird(den Tod) nicht kosten. Der Anfang ist leider ganz unsicher. Ich habe übersetzt, als stünde da i τοε ον 1emν Das Blatt bietet aber deutlich(vgl. das Faksimile) orrooοαονο womit nichts anzufangen ist. Der Anfang wird aber wohl entsprechend dem häufigen 8299 958(Deuter. 1, 1. Bar. 1, 1; 5, 6) erklärt werden müssen. Es scheint ein Abschnitt des Agypterev. vorzuliegen, das vielleicht die Worte nicht nach irgend welchen inhaltlichen Gesichtspunkten gesammelt enthielt, sondern nach den Jüngern und Jüngerinnen geordnet. Der Gedanke, dass der den Tod nicht schmecken wird, der auf Jesu Worte hört, findet sich auch Joh. 8, 52:„Wenn Jemand mein Wort bewahrt, so wird er den Tod in Ewigkeit nicht schmecken“. Auch auf den im Grund ähnlichen Gedanken- gang am Schluss der Bergpredigt mag hingewiesen werden.
10.(Es spricht Jesus:) Nicht soll aufhören wer sucht...(bis) er jindet, und wenn er Findet,(zrird er staunen, und wenn er) staunt, wird er zum Heiche kommen(und wenn er zum Reiche kommt) vird er Ruhe finden. Nach suchen ist vielleicht mit Swete„den Vater“ zu er- gänzen. Das Wort wird auch von Clemens Alexandr. Strom. V, 96 in der Form angeführt: „nicht wird der Suchende ablassen, bis er findet; wenn er findet, wird er staunen, wenn er aber staunt wird er zum Reiche kommen und wenn er zum Reiche kommt, wird er Ruhe finden“. Clemens bemerkt Strom. II, 45, wo er einen Teil des Spruches angeführt hat, dass er in dem
¹) Ausser den Bemerkungen der Herausgeber vgl. Swete, The New Oxyrhynchus Sayings in the Ex- pository Times 1904, p. 488 fl. Seine Emendationen habe ich ebenfalls berücksichtigt. ²) Vielleicht hiess es:„zu Judas, der auch Thomas heisst.“


