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rufen, sondern Sünder“(2, 4) steht wörtlich so bei Matth. 9, 13. Auch die Abweichungen bei dem Wort„den, der mich vor den Menschen bekannt hat, den werde ich vor meinem Vater bekennen“(3, 2) sind nicht allzu erheblich, wenn sie auch bezeichnend sind für das Ev. Matth. hat 10, 32:„Jeder, der sich bekennen wird zu mir vor den Menschen, zu dem werde auch ich mich bekennen vor meinem himmlischen Vater“; ähnlich Luc. 12, 8:„Jeder, der sich bekennen wird zu mir vor den Menschen, zu dem wird des Menschen Sohn sich bekennen vor den Engeln Gottes.“„Was ist der Nutzen davon, heisst es 6, 2, wenn jemand die ganze Welt gewinnt und an seiner Seele bestraft wird?“ Bei den drei andern(Mattb. 16, 26; Marc. 8, 36; Luc. 9, 25) heisst es statt ti 1ρ to Sexoc zu Anfang tri 1dρ Gꝓρε½xetar v ν‿οοα(Matth. Luc.) oder ri 73 dpehoet Tdy ay doy(Marc.). Den Schluss hat Luc. so umgestaltet: Saοrdv Axολ᷑η̈νςααε 7 Lndeic. Die Form des Xgypterev. entspricht genau dem hebr.„ v o Gen. 37, 26; Mal. 3, 14. Auch die beiden noch übrigen Worte Jesu sind zwar auf das engste mit solchen bei den andern Evangelisten verwandt, aber nicht mit ihnen identisch.„Meine Brüder sind diese, die den Willen meines Vaters tun“(9, 11). Dazu ist zu vergl. Marc. 3, 35:„Wer den Willen Gottes tut, der ist mein Bruder, Schwester und Mutter“. Matth. 12, 50:„Denn wer den Willen meines himmlischen Vaters tut, der ist mein Bruder, Schwester und Mutter“. Luc. 8, 21: „Meine Mutter und meine Brüder sind die, die das Wort Gottes hören und tun.“ Auch hier ist Luc. am nächsten verwandt; aber auch er weicht stark ab. Die Mutter ist hinzugefügt, der Schluss ist verändert nach einem Wort, das Luc. 11, 28 steht. Auch der Schluss der Berg- predigt, Matth. 7, 24 ff., ist zu der Formel„das Wort Gottes hören und tun“ zu vergleichen.
Von allen im 2. Clem. zitierten Worten ist nur ein einziges mit einem aus den Evv. bekannten völlig identisch. Alle andern zeigen mehr oder weniger starke Abweichungen, und zwar einzelne in einer Weise, dass man an eine Entlehnung aus einem der vier Evangelien nicht denken kann. Folglich liegt hier ein selbständiger Zweig der evangelischen Uberlieferung vor, der, wie es scheint, auch Luc. bekannt gewesen ist, und den der Bearbeiter des Matth. be- nutzt hat. Diese Erkenntnis ist für die richtige Wertung des Evangeliums Kar' Alorriove wichtig. Aber noch auf einige andere Punkte ist hinzuweisen. Im 2 Clem. wird ein Wort daraus mit der Formel angeführt„Der Herr sagt in dem Evangelium“(8, 5). Folglich hat der Verfasser dieses Evangelium als das einzige gekannt und benutzt. Ferner: nach einem LZitat aus dem Alten Testament führt der Verfasser 2, 4 ein solches aus seinem Ev. an mit den Worten„und eine andere Schrift sagt“. Folglich ist ihm das Evangelium Ipaph gewesen, stand also für ihn mit dem Alten Testament auf einer Stufe. Nun ist freilich nicht sicher, wann und wo der Verfasser gelebt hat, ob in Rom oder in Korinth, ob in der ersten oder der zweiten Hälfte des 2. Jahrhunderts. Aber soviel ist sicher, dass es noch in der Mitte des 2. Jahrhunderts Gemeinden gab, die das Agypterev. als einziges Evangelium benutzten.
Die Stellen, die 2 Clem. zu den aus Clemens Alexandrinus angeführten noch hinzufügt, ermöglichen uns noch ein Urteil zu gewinnen über die Art dieses verlorenen Evangeliums. Es sind Herrnworte, die es überlieferte. Dass in ihm auch Geschichten von der Art der zahlreichen Heilungswunder der andern Evv. berichtet worden seien, ist nicht wahrscheinlich; jedenfalls führt keine Spur darauf. Auch kurze Gespräche sind mitgeteilt gewesen und viele Worte waren geheimnisvoll zugespitzt. Bei manchen war der Anlass, aus dem sie gesprochen waren, kurz angegeben, bei andern scheint einfach das Wort als ein Wort Jesu schlicht und klar angeführt gewesen zu sein. Der Wortlaut und Inhalt war vielfach dem der andern Evangelien verwandt.
Zum Glück sind wir jetzt in der Lage, das Material für das Agypterev. erheblich zu vermehren. Die eben auf Grund der bisher besprochenen Reste versuchte Charakteristik trifft vollständig auf die Sprüche Jesu zu, die englischer Forscherfleiss dem Sandboden Agyptens ab-


