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Freiheiten führt der Brief die vég tat des Gottes an. Unter diesen Machterweisen des Bafal ist, wenn man den Sprachgebrauch beachtet, wie er uns noch später im Neuen Testament entgegentritt¹), nichts anderes gemeint als die wunderbaren Kuren, die er ausgeübt, und die treffenden Orakel, die er im Traume erteilt hat. Daß als Tage für die Festfeiern gerade der fünfzehnte und der dreißigste jedes Monats genannt werden, findet seine Erklärung in dem Zusammenhang des Kultes mit den lunaren Erscheinungen, die in dem Kulte der chthonischen Gottheiten überhaupt eine große Rolle spielen ²).
Was nun die Vermutung, daß der Kult des Ba'al von Baitokaike mit dem des Sarapis eine gewisse Verwandtschaft zeigt, vortrefflich stützt, ist der Umstand, daß die Urkunde von den z6 τοe*οο παρο Oναioο is errichtet ist. Also auch hier treffen wir wieder dieselbe Bezeichnung, und auch hier kann es kaum zweifelhaft sein, daß es sich um Hiero- dulen handelte, die sich in diesem Kulte mit einem der spezifisch orientalischien Begriffssphäre angehörigen Ausdrucke als die«Besessenen“ bezeichneten. Diese z4rο*νον treten uns noch in einer zweiten, an demselben Orte gefundenen Inschrift³) entgegen, die uns die aus ihren Mitteln bestrittene Errichtung eines Votivsteines meldet(CIG III, Nr. 4475).
Es ist hier wichtig, festzustellen, welcher Art der Ursprung des Sarapiskultes war. Die Beobachtungen, die wir über sein Vorkommen machen können, weisen uns in den Orient. Die Verwandtschaft mit ausgesprochen orientalischen Lokalkulten, wie dem des Ba'al von Baitokaike, bestätigt uns dasselbe. Dorthin aber weist uns auch der Ursprung der Götter- figur des Sarapis selbst. Es war lange ein Streit über die Frage, ob Sarapis ein ägyptischer Gott oder ob er eine fremde Göttergestalt sei, die erst später in Agypten eingeführt wurde. Für die erstere Annahme schien entschieden der Umstand zu sprechen, daß der Sarapiskult, in einem noch erkennbaren Zusammenhange steht mit dem Kulte des Osiris-Apis, ja daß der Name ˙06axtc, wie wir ihn gelegentlich in einem Papyrus finden(Lond. XLI[XII, 7), auf ägyptischen Ursprung schließen läßt. Denn Osar-hapu ist der Osiris-Apis, der als oberster Gott unter die Götter versetzte Apisstier4). Daß Sarapis entstanden sei aus einer Verbindung von Osiris und Apis, behauptet auch Clemens Alexandrinus, der im Protrepticus 48 sq. (p. 42 ½ sq—. Potter) sein Wissen über Sarapis ausbreitet und verschiedene Meinungen über seinen Ursprung mitteilt. Bei dem Streite darüber, ob Sarapis eine einheimische oder eine importierte Gottheit sei, hat man früher zu wenig beachtet, daß der Zusammenhang mit dem Osiris- und Apiskulte noch kein ausreichendes Indicium dafür abgiebt, daß der Kult der Gott- heit wirklich in Agypten entstanden sei. Denn wenn Sarapis wirklich ursprünglich eine fremde Gottheit war, so konnte ihr Kult in Agypten doch nur unter der Voraussetzung ein- gebürgert werden, daß sie mit den alten Nationalgöttern irgend eine Verbindung einging. Den Späteren konnte das dann leicht als eine natürliche Verwandtschaft erscheinen. Dazu kam auch noch die nationale Eitelkeit der Agypter, die natürlich ihr Pantheon nicht so leicht einem fremden Gast geöffnet zu haben eingestehen mochten. Die neueren Forschungen haben
1) ve. Phil. 3, 11. Kol. 1, 29; 2, 12. 2. Thess. 2, 9— 11. Eph. 1, 19; 3, 7. 2. Macc. 3, 29. 3. Macc. 4, 21; 5, 28.— 2) Vollmond und Neumond sind absichtlich gewählt. Daß die Incubationen irgendwie mit dem Kulte der chthonischen Gottheiten zusammenhängen, hat man schon früher erkannt. Vgl. K. Köhler, Der Prophetismus d. Hebräer u. d. Mantik d. Griechen(Darmstadt 1860), S. 26; v. Wilamowitz, Isyllos v. Epidauros, 1886, S. 96. Infolge dieses Zusammenhanges ist es auch verständlich, warum Papinius seine Incubation bei Sarapis in dem Heiligtume der Nemeseis vollzieht.— 3) Diese Inschrift lautet: d'ec; Bartoæe²]et oi adoJo: dr 16 15iG 3y o B krst dnoineay. Das Datum dieser Inschrift ist leider nicht genau zu fixieren, da man nicht sicher weib, nach welcher Kra das Jahr 482 berechnet ist.— 4) Da die Apisgräber sich in Memphis befanden, der Sarapistempel in Memphis nach Pausanias(I, 18, 4) das älteste Heiligtum in Xgypten war, 80 schien auch das diesen Zusammenhang zu beweisen. Uber die Entwickelung des Apiskultes s. in Kürze E. Meyer, Gesch. Agyptens(Berlin 1887), S. 379.


