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eine Erscheinung Jahwes hatte, bei der ihn Gott fragt, was er sich wünsche, und er sich Verstand und Gottesfurcht erbat, um sein Volk wohl regieren zu können. Vielleicht hat ein solches Heiligtum auch auf dem Horeb bestanden und zwar in einer Höhle des Berges, wofür die Stelle 3. Regn. 19, 9 ff. zu sprechen scheint. Doch ist das unsicher¹). UÜber Incubation zum Zweck der Krankenheilungen erfahren wir im Alten Testamente nichts. Damit ist aber nicht bewiesen, daß nicht auch solche geübt wurde. Auch für die Traumorakel sind wir nur auf die Rückschlüsse angewiesen, die sich aus den historischen Erzählungen und der heiligen Sage noch machen lassen. Mit dem geistigen Gottesglauben des nachexilischen Judentums standen aber jene Reste der alten Volksreligion in einem solchen Gegensatz, daß man es für gut befand, diese Spuren, wo es ging, zu verwischen. Wenn sich in dem Orient sonst die Spuren derartiger Heilungsincubationen nachweisen lassen, so werden wir auch wohl ähn- liches von Palästina annehmen dürfen. Und man könnte versucht sein, in der Anwendung des Oles bei der Incubation in Bethel den Rest hiervon zu erblicken. Denn das Öl bildete einen wichtigen Bestandteil bei der Therapie*).
Für die Verbreitung der Sitte der Incubation in Babylon spricht der oben erwähnte Bericht, wonach sich ein derartiges Orakel des Sarapis in Babylon befand. Daß man dem Bafal auch, abgesehen von dem aus dem Alten Testament bekannten, die Kraft zuschrieb, durch Orakel Auskünfte zu geben, erhellt aus Dio Cassius LXXVIII, 8, wonach Caracalla von dem Belos(= Ba'al) von Apamea ein Orakel erhielt. Demselben Gott hat im fernen Gallien noch ein Verehrer eine Inschrift gesetzt(CIL XII, Nr. 1277), die lautet: ⸗o οeονεο B △μρ 2E'ε 0 HBby rv Sy Anansich H7nd.svoc NO7ic: Belus fortunae rector mentisque magister ara gaudebit, quam dedit et volvit. Charakteristisch ist das magister mentis, wofür Hirsch- feld(a. a. O. p. 164) vergleicht CII. VI, 499: diis animae suae mentisque custodibus, was nicht genau paßt. Denn dieser Ba'al ist der magister mentis, weil er im Traum dem Incubanten einwohnt und dadurch, daß er seinen Geist beherrscht, ihm Orakel giebt. Daß es sich um Orakel handelt, erfahren wir auch aus der griechischen Fassung. Hierher gehört wohl auch die Inschrift, die von einer Schenkung an den Ba'al des syrischen, in der Nähe von Apamea gelegenen Ortes Baitokaike berichtet(CIG III, Nr. 4475, CII. III, Nr. 184, dazu die Er- gänzungen, die Le Bas-Waddington, Voyage archéologique en Asie mineur III, Nr. 2720, p. 630 gegeben hat und die von Mommsen a. a. O. p. 972 ½9 verwertet sind). Die Inschrift, die ein Dekret Valerians enthält und die dadurch in die Zeit nach 253 und vor 259 n. Chr. versetzt wird ³), zerfällt in drei Titel, eine Bestätigung alter Schenkungen durch Valerian, die Schenkungs- urkunde des nicht näher zu bestimmenden Königs Antiochus, und eine Erneuerung dieses Dekretes zugleich mit einer Erweiterung der ursprünglichen Schenkung durch Augustus. Aus der eigentlichen Schenkungsurkunde, bestehend in einem Briefe des Antiochus an einen gewissen Euphemus, lernen wir, daß der König das Dorf Baitokaike, das zur Satrapie Apamea gehörte, samt seinen Gefällen dem Heiligtume des Gottes Zeus(= Bafal) von Baitokaike ⁴) vermachte zu dem Zwecke, daß die Einkünfte für die monatlichen Opfer und für die Ver- größerung des Heiligtums verwendet werden sollten. Das Dekret befiehlt, daß monatliche Feste (xaνννιιονιις) am 15. und 30. jedes Monats gefeiert werden. Ferner sollte das Heiligtum das Karliceht haben und das Dorf einquartierungsfrei bleiben. Wer dem Dekrete zuwiderhandele, sollo wegen aasasua belangt werden. Als Grund für die Schenkung und die Erteilung dieser
1) Vgl. Stade a. a. O.— 2) Stellen bei Winer, Biblisches Real-Wörterbuchs I(Leipzig 1847), S. 91 f., Artikel«Arzneikunsty. Wenn Strabo XVI, 2, 35, p. 761 Cas. berichtet, Moses habe geboten: àꝓ1 ᷣιαι αάιm⁹ l⁴ν αto bg Eabrcy nal öntg ro? äkoy roda d0vSipobs, so war er hier jedenfalls besser berichtet als seine Kritiker, die, wie Ewald(Jüdische Altertümer ², S. 344), einen Irrtum annahmen. Noch die LXX wußten von dem Brauche, wenn sie Jes. 65. 4 iâlind«sie übernachteten» durch vothòvtaν dtνα‿ Svö0A wiedergaben, also an Leute dachten, die an den Gräbern sich Orakel holten.— 3) Valerian wurde nach der Ermordung Amilians im August 203 Kaiser, vgl. Goyau, Chronologie de l'empire Romain, p. 303.— 4) Zu dem Ausdruck vgl. Dio Cassius LXXVIII, 8 5 Z=òs 5 BXos..


