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über diesen Punkt eine größere Klarheit gebracht und die von Zoëga, Eckhel, Plew ¹) und anderen vertretene Meinung von dem außerägyptischen Ursprung des Sarapis außer Zweifel gestellt. Nachdem bereits Wilcken im Philologus 53(N. F. 7), S. 119 Anm., vgl. S. 126, ver- mutet hatte, daß in dem von den Freunden Alexanders vor dessen Tode befragten Sarapis der Kultbeiname irgend einer babylonischen Gottheit stecken müsse, als den Frz. Delitzsch den Beinamen, den Nergal führt, ilu sarrapu(auch(ilu) zuarbü und(dlu) bél zarbä), er- kennen wollte(a. a. O. S. 126), ist von A. Dieterich und C. F. Lehmann die Frage weiter erörtert worden. Der erstere hat in einem Vortrag auf der Dresdener Philologenversammlung eine interessante, religionsgeschichtlich wertvolle Skizze von der Einführung und Verbreitung des Sarapiskultes gegeben²), der zweite ebenfalls in einem Vortrag namentlich auch die etymologische Frage erörtert¹). Lehmann sucht in Anknüpfung an Wilckens Vermutung den Namen in dem Kultbeinamen eines Heilgottes. Als solchen findet er Ea(Ja vgl. hebr. Jahnwe), dessen Kultbeiname sar apsi«König des Oceans» gewesen sei. Die verschiedene Aussprache des Beinamens(sar apsi— sar apsi— sar aps— sar apis) habe zu einer Form geführt, die dem Griechen als Sarapis geklungen habe. Ob diese Folgerungen wirklich stichhaltig sind und ob die Ergebnisse von heute denen der Zukunft standhalten werden, vermag ich nicht zu beurteilen. Das wenigstens ist schwer zu sagen, warum der«Fürst des Oceans» gerade der Heilgott ist, wie der Kultbeiname in Verbindung stehen soll mit der hauptsäch- lichsten Kulteigenschaft. Aber wie dem auch sein mag, soviel läßt sich jetzt schon sagen, daß das Suchen nach einer orientalischen Etymologie des Namens einen Erfolg verheibt, während die Deutungsversuche aus dem ägyptischen, die Jablonski⁴) u. a. angestellt haben, vollkommen fehlgeschlagen sind. . Hiermit stimmt auf das beste die Erzählung von der Einführung des Kultes in Agypten. Tacitus(histor. IV, 83 sq.), Plutarch(de Iside et Osir. 28), Clemens Alexandrinus (Protrept. 48 sq.) und Cyrillus Alexandrinus(Contr. Jul. I, t. VI, 2 p. 13 D Aubert.) berichten über- einstimmend, daß Ptolemäus das Götterbild des Sarapis aus Sinope geholt habe. Nach Tacitus soll es ein Bild des Jupiter gewesen sein; die andern nennen Pluto. In der That wird es irgend eine Batalstatue gewesen sein. Daß es eine chthonische Gottheit gewesen sein müsse, konnte man aus der Thatsache schließen, daß Incubation bei ihr stattfand. Daher der Ver- gleich mit Pluto. So haben wir denn im Sarapiskulte auch nicht irgend eine ägyptische Institution zu erblicken und demnach auch kein Recht, andere Maßstäbe anzulegen als die, die uns aus den orientalischen Kulten bekannt sind. Die zãro-yo sind demnach weiter nichts, als die von der Gottheit ergriffenen Incubanten, die bei dem Ba'al Sarapis ein Orakel suchten oder von ihm Heilung begehrten.
Es lag in der Natur der Sache, daß auch in Griechenland zu einer Zeit, in der die Kulte der chthonischen Gottheiten ganz allgemein in Aufnahme kamen und besonders der des Asklepios wuchs, nämlich eben in der hellenistischen⁵), der des Sarapis an Verbreitung gewann. Der Rhetor Aristides zühlte dreiundvierzig Heiligtümer des Gottes und weiß seine Kunst nicht hoch genug zu preisen. Incubation war etwas sehr häufiges und die Inschriften,
1) Zoëga, Numi Aegyptii imperii prostantes in Museo Borgiano Veletris(Romae 1787), p. 78; vgl. Biblio- thek d. alten Litteratur u. Kunst, St. 7(Göétt. 1789), S. 58 ff.; Eckhel, Doctrina nummorum IV, p. 29 sqq.; E. Plew, De Sarapide 1868(Diss.).— 2) Vgl. Verhandlungen der 44. Versammlung deutscher Philologen u. Schulmänner in Dresden 1897(Leipzig 1897), S. 31 ff.— 3) Der Bericht über den Vortrag im Nov. 1897 in der Berliner archäolog. Versammlung steht in der Berliner philolog. Wochenschrift 1898, Nr. 4, Sp. 123 ff. Vgl. auch Zeitschr. f. Assyriol. 12(1897), S. 112.— 4) P. E. Jablonski, Pantheon Aegyptiorum II, p. 255 sqd. Er meint, es sei ursprünglich der Nilpegel gewesen dschér-épi. Zoëga meinte, dem Wesen des Gottes viel besser entsprechend, es sei in Sarapis adschôrapis= Herr der Finsternis, d. h. König des Todes verborgen.— 5) Zur Verbreitung dieser Kulte in der hellenistischen Zeit, besonders des Asklepioskultes, vgl. Stark, UÜber die Epochen der griechischen Religions- geschichte, Verhandlungen d. 20. Versammlung deutscher Philologen u. Schulmänner zu Frankfurt a. M.(Leipzig 1861), S. 71 ff...


