Aufsatz 
Mönchtum und Sarapiskult
Entstehung
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für ihn sein. Das hätten die Gefährten gemeldet und bald darauf sei Alexander gestorben:). Da dieser Bericht auf den offiziellsten Quellen beruht, so ist er für die Beurteilung dieser wichtigen Seite des Sarapisdienstes von unschätzbarem Wert. Er beweist, daß man die Incubation bei dem Heiligtum des Sarapis zu einem doppelten Zweck kannte: einmal, um von dem Gott Orakel zu erhalten, sodann um Heilung bei ihm zu finden. Beides ging wohl in der Regel miteinander Hand in Hand. Wie groß das Ansehen dieses Orakels in Babylon war, ergiebt sich daraus, daß die Freunde Alexanders zu diesem Mittel griffen, um das Geschick von ihrem Herrn abzuwenden.

Wie in dem Asklepioskult, so ist die Sitte des Tempelschlafes von dem Sarapiskulte auch sonst vielfach bezeugt. Strabo berichtet(XVII, 1, 17, p. 801 Cas.) von dem Sarapeum in Kanobus, das in großen Ehren stehe, weil es Heilungen bewirke, so daß die verständigsten Leute an diese Heilkräfte glaubten und in dem Tempel für sich oder für andere schliefen. Einzelne schrieben auch die Heilungen auf, andere die Erfolge der dort erteilten Orakel- sprüche²). Das ist Zug um Zug dasselbe Bild, das wir von dem Sarapiskulte in Babylonien durch die Notiz aus den Ephemeriden Alexanders erhalten. Daher ist ein großer Teil der Inschriften, die eine Schenkung an Sarapis erwähnen, ihm aus dem Grunde gesetzt, daß man ihm für eine glücklich vollzogene Heilung danken wollte³²). In demselben Sinne spricht Aristides von den«Träumen», die er auf Asklepios und Sarapis zurückführt¹); er wird all- gemein der Helfer» genannt, alles kommt durch ihn und um seinetwillen uns zu, was wir uns nur wünschen); für Seele, Leib und alle Bedürfnisse des Lebens sorgt er. Darum wird er auch von allen, von Königen und von Privatleuten, von Weisen und Unweisen, von Vornehmen und Geringen, von Guten und Bösen in Ehren gehalten). Es ist hier nicht nötig, die Beispiele noch zu vermehren, da aus den angeführten schon die Sitte der Incubation bei den Heiligtüämern des Sarapis und die große Beliebtheit, die sie genoß, ge- nügend deutlich ist.

Für das weitere wird es nützlich sein, den Ursprung dieser Sitte noch kurz zu betrachten. Daß sie sich, wie bei Sarapis, so auch bei Asklepios bezeugt findet, wurde bereits oben betont. Um sich ihr Wesen deutlich zu machen, empfiehlt es sich, von den semitischen Religionen auszugehen, da wir hier durch das Alter der Quellen die ursprünglichen Formen noch besonders deutlich erkennen und die zu Grunde liegenden Vorstellungen reinlicher als sonst scheiden können¹).

Die Grundlage bildet der für die antike Vorstellung selbstverständliche Gedanke, daß die Gottheit unmittelbar in den Lauf der Dinge eingreift und zwar, daß sie nicht allein bei den großen Entscheidungen des öffentlichen Lebens eine Rolle spielt, sondern daß auch der einzelne in seinem Leben ihr Walten verspürt und ihr Eingreifen veranlassen kann. Dieser

1) Ubereinstimmend damit, nur viel kürzer berichtet Plutarch, Vita Alex. 77, dieselbe Thatsache. 2) Strabo XVII, 1, 17:(K4?ςα).. 570b4 To Vpä¹dos lepb wobxh iarsig ripsvo? aut Sepansias 3soy, Gore al robs NO11AoS Avdgas miatsöety nal XH5a 250S bEp 4 drv. 0[94b: ds rtvec ul⁴*l τuνς Sεareias, d*Not E AgecAs d0y vrAαᷣ ν0οι. 3) Vgl. die von E. Plew, De Sarapide(Königs- berger Dissert. 1868), p. 31 sdq. gesammelten Titel. Sie lassen sich jetzt noch beträchtlich vermehren. 4) Rede auf Sarapis(Dindorf I, p. 84). 5) A. a. O. p. 87. 6) A. a. O. p. 88 sd. 7) Ich muß mich hier wesentlich an die Ergebnisse der alttestamentlichen Wissenschaft halten, da ich die Ergebnisse der assyriologischen Forschungen auf ihre Richtigkeit nicht zu prüfen vermag. Die Schnelligkeit, mit der hier die Hypothesen über wichtige Punkte wechseln, und der Gegensatz, in dem sich die Wortführer vielfach befinden, erwecken kein besonders günstiges Vorurteil für die Sicherheit sowohl der Methode als auch der Schlüsse. Die beste Darstellung der vorprophetischen Religion Israels, die wir bis jetzt besitzen, ist die von B. Stade, Gesch. d. Volkes Israel(in Onckens Sammlung) I, 428 ff., auf dessen Grundanschauung auch die nachfolgenden Be- merkungen beruhen. Über die griechische Sitte vgl. Schœmann, Griech. Altertümer II², S. 318 ff.; über die römische Marquardt, Handb. d. röm. Staatsverwaltung III, S. 97 ff.; E. Rohde, Psyche(Freiburg 1894), S. 113 fl. Vgl. auch den Aufsatz von G. Welcker, Incubation; Aristides d. Rhetor(Kleine Schriften III [Bonn 1850], S. 89 ff.).

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