Aufsatz 
Mönchtum und Sarapiskult
Entstehung
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den Sarapisheiligtümern. Und es schien sich gut zu treffen, daß auch von einem christlichen Einsiedler berichtet wird, er habe mit der Außenwelt durch das Fenster seiner Zelle ver- kehrt¹), genau, wie Ptolemäus von sich sagt, er habe seine Bittschrift dem Könige durch das Fenster überreicht. Für Weingarten sind jene ägyptischen z4 oο Büßer, wie es die ältesten Eremiten, aus deren Kreisen das christliche Mönchtum hervorgegangen ist, gewesen sein sollen.

Aus dem oben ermittelten Zustand vom Leben der zitoyot ergab sich, daß diese Auf- fassung jedenfalls beträchtlichen Korrekturen unterliegt. Von einer Klausur in dem Sinne, wie sie Reuvens und die ihm folgenden Gelehrten annahmen, kann keinesfalls die Rede sein. Mit den Priestern hat Ptolemäus nicht durch das Fenster verkehrt(Lond. XXI[VI, 4 ff.). Davon, daß die ziτονο Büßers waren, steht in den Urkunden nichts zu lesen²); vielmehr erhalten wir aus ihnen ganz andere Aufschlüsse über die Motive, die zur zaroνm trieben.

Ein Bedenken hätte vor allem den Gelehrten, die sich über die Frage geäußert haben, kommen müssen: nämlich, wie es sich erklärt, daß wir bei denen, die sich über die ägyptische Religion ausgelassen haben und die sich doch zum Teil nicht schlecht über sie unterrichtet zeigen, so gar nichts über diese gewiß auffallende Art der Gottesverehrung ver- nehmen; ja, daß ein solcher asketischer Zug nicht zu den Eigentümlichkeiten der ägyptischen Religion gehörte*). Ferner, daß mit einer einzigen Ausnahme die zahllosen Inschriften, die von der Verbreitung des Sarapis- und Isiskultes in den Ländern des römischen Kaiserreiches Kunde geben¹), von diesem Institut nichts wissen. Hier werden dερααtai genannt, Priester mehrfach erwähnt(ispaoäavot, ispsoc, Caxεot und veoννοο; auch ein àνιιασααοσα wird gelegent- lich aufgeführt: OCIG III, Nr. 4470 aus Laodicea ad mare), aber nur einmal ein ,ιινα¶αωναι ε opic Lepäxidt. Da diese Inschrift in den Verhandlungen auch eine Rolle gespielt hat, so ist es angezeigt, auf sie hier etwas näher einzugehen. Sie lautet(vgl. CIG II, Nr. 3163):

ba A,oV TO S5ssoräro AödrOnAooc Ayrcvivob Ilarivoςα ριιναυοωσοο, αντο χ νρεμν¶mέμηmν Tapà taic Nareety SSAvor e7 d NeSstoy rov apars èvcſa] olxoy rats Naεοαεονν dꝓπιεοεν ε

5 stwar Sy Lsgc r Diey Nsp ε to 5NOv. 0 r6xοσ ονν ιʃομʃ⁸ι 1b-π AdrOärooς Avrvivoo T'svrtaxvc(?) al BAε brârtotꝓς ̃ Nνν oSicv.

Diese Inschrift stammt, wie die beiden letzten Zeilen ausweisen, aus dem Jahre 211, in dem Gentianus und Pomponius Bassus Konsuln waren. Sie enthält die Schenkung eines Philosophen Papinius an das Heiligtum der Nemeseis in Smyrna, bestehend in einem Hause, das er gelobt hatte, als er sich in diesem Heiligtum als τονοο für den Sarapis aufhielt. Man braucht sich nur den Zusammenhang, in dem hier das rτυκααεωc bei dem der Aorist

1) Palladius, Hist. Laus. 43, 6. Den kritischen Text s. in meiner Schrift: Palladius und Rufinus (Gießen 1897), S. 100, 6. 2) Daher ist es auch durchaus nicht angebracht, den Bericht, den Chaeremon in seinen Aegyptiaca von der Askese der ägyptischen Priester gegeben, und den Porphyrius, De abstin. IV, 6 sdq. aus- geschrieben hat, auf die zi το*νο zu beziehen. Uber die Glaubwürdigkeit des Chaeremon hat sich Strabo XVII, 1, 29, p. 806 wenig günstig geüußert. Und wenn in dieser Darstellung auch einiges Richtige enthalten würe, so gilt das doch nur von den Priestern, nicht den zäcoyot. Die Chaeremonstelle bei C. Müller, Fragmenta histor. Graec. III(Paris 1849), p. 497 sq. 3) Flinders-Petrie, Religion and Conscience in Early Egypt(Lond. 1898), p. 122 f. 4) Vgal. die außerordentlich sorgfältigen Zusammenstellungen, die W. Drexler, Der Isis- und Sarapiskult in Kleinasien(Numismat. Zeitschr. XXI[Wien 1889], S. 1 234) und Mythologische Beiträge I, Der Kultus der ägypt. Mythologie in den Donauländern(Wien 1890) gegeben hat. Recht selten sind die Zeugnisse für Germanien. Doch ist jetzt in Stockstadt a. M. bei den Limesausgrabungen ein dem Sarapis und der Isis errichteter Altar gefunden worden; die Inschrift ist veröffentlicht von E. Anthes, Darmst. Zeitung 1898, Nr. 246. Vgl. Zur Geschichte des Mainthals in der Römerzeit(Aschaffenburg 1899), S. 12; dem Separatabdruck dieses Vortrags ist eine Abbildung des Steines beigegeben; ferner Zangemeister in dem Korrespondenzbl. d. Westdeutschen Zeit- schrift 1898, Nr. 12, S. 97.

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