Aufsatz 
Mönchtum und Sarapiskult
Entstehung
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16 war an das Heiligtum gebunden und unterlag in seinem Verkehr mit der profanen Außen- welt bestimmten Beschränkungen. Den Tempelbezirk durfte er jedenfalls nicht verlassen. Wie weit er im stande war, etwas zu verdienen, läßt sich nicht mehr ermitteln. Jedenfalls beweisen die zahlreichen Klagen über die Not, die Bezeichnung der zâtohot als Arme, und der Umstand, daß einer von ihnen sich als gewerbsmäßigen Bettler bezeichnet, daß ihr Los recht traurig war.

Es wird nun möglich sein, der Frage näher zu treten, welche Bedeutung ârοmοα, 7o1. IA⁴εmο⁶ν, 2 ε,&οτε μπαν in den oben besprochenen Urkunden besitzt. Darüber, daß das Wort im religiösen Sprachgebrauch in allen, uns sonst bekannten Fällen den von Gott Besessenen, den Inspirierten bezeichinet, besteht kein Zweifel, und es hat keinen Zweck, für diese Bedeutung die Lexika auszuschreiben¹). Daß das Wort in Agypten noch in der späteren Zeit in dieser und keiner andern Bedeutung gebraucht worden ist, läßt sich noch aus Philo von Alexandrien belegen²). Dennoch hat man gemeint, von dieser sonst üblichen Bedeutung von 14ro7« ab- gehen und eine andere aufstellen zu müssen. Reuvens ist in seinen Lettres M. Letronne sur quelques Papyrus bilingues et grecques(Leyde 1830), p. 84 ss. der erste gewesen, der behauptet hat, daß man gegenüber den aus Memphis stammenden Dokumenten mit dieser Bedeutung nicht auskomme ³⁴). Seine Argumentation schien so einleuchtend, daß sich alle, die sich eingehend mit diesen Schriftstücken befaßt haben, von ihm haben überzeugen lassen. Er behauptete, daß zâtoos hier nicht den«Gottbegeisterten» bezeichnen könne, viel- mehr nach einer in der Litteratur zwar nicht belegten, durch die Bedeutung von zοοmν als Gefängnis» jedoch hinreichend sicher gestellten Bedeutung den«Eingeschlossenen» bezeichnen müsse. Für eine derartige Bedeutung, die das Wort an sich ohne Zweifel haben könnte, spricht der erste Eindruck, den man empfängt, wenn Par. 47, 4 ch xαοταιρέοεον v[ EXeXei At] 5 o nu²o neben Par. 35, 8 Aataprilstoy] 05 zal S2οεκαι gestellt wird. Andere Bei- spiele ließen sich noch hierherziehen. Dazu würde stimmen, daß wir von Ptolemäus und den andern zâroot wissen, daß sie aus dem Tempel nicht hinausgehen durften. Wir würden also hier von einer ganz einzigartigen, uns anderweitig durchaus nicht bekannten Institution, die in Verbindung mit dem Sarapiskulte stand, Kunde erhalten. Danach hätte dieser Kult zur Bildung von Einsiedlergenossenschaften geführt, die, völlig abgeschlossen von der Außen- welt, ein Leben in strengster Klausur führten. Sie lebten in Zellen, in denen sie einge- schlossen waren, und die in Verbindung mit den Wohnungen der Priester standen. Aber der Verkehr mit der Außenwelt fand nur durch die Fensteröffnung der Zelle statt. Die Parallele mit dem christlichen Mönchtum lag nahe und ist auch sofort gezogen worden). Die weiteren Folgerungen daraus zog dann Weingarten, indem er, wie bereits oben bemerkt wurde(S. 3), behauptete, daß das ursprüngliche Mönchtum nichts weiter sei als eine Nachahmung dieser bis in die christliche Zeit hinein fortdauernden Institution einer einsiedlerartigen Klausur bei

1) Vgl. die reichlichen Belege aus verschiedenen Schriftstellern, die in Stephanus' Thesaurus in der Didotschen Ausgabe s. v. adτονοο und krναροονεκιν mitgeteilt werden. 2) Philo, Quis heres sit rer. div. 14,§ 69(III, p. 16, Wendland): ⁶⁹⁴ιος 05 et tis E ai 3s b1, 10 di arAενν rεεαιομοωQO_0.[unαε, br L60v?... 2a tabin 9s, 2NA σαμονπσmν αμιοναμνιναε εέντινσι οαεμαμοωπʒʒ⁹ς,a 0 09Ay1GvS a*ν ευυη QQτᷣνέιοεννι mάν., neben dεμοννμεονι von Träumen gebraucht, de somn. I, 1§ 2(III, 240, 6 Wendland). Vgl. P. Wendland, Rheinisches Museum 52, S. 498; 53, S. 21. Rohde, Psyche 304, 1. 311, 1. Es mag ein Zufall sein, wenn Aristides in seiner Rede ele cov Laoni den Gott so anredet: α⁵mν zσνιςται ⁶ινν έςα̈ᷣνα ναυνει 0ꝑOↄ&Kↄi= ek.(I, 97 Dindorf), obgleich von diesem Ausdruck zu den vuoοt kein weiter Schritt ist, mag mit der«schönen Stadty Memphis(so Canter) oder richtiger Alexandria(Reiske) gemeint sein. 3) Übrigens ist es verkehrt, wenn man meint, Reuvens habe in den zãroJot Klausner in dem Sinne von Mönchen gesehen. Er betrachtet sie vielmehr sehr richtig als Hierodulen(a. a. O. p. 85) und nur eine nicht ausreichende Vorstellung vom Wesen der Hierodulie hat ihn zu einer falschen UÜbersetzung des Wortes veranlaßt. Seine Nachfolger haben leider das Richtige ganz übersehen und das Falsche noch übertrieben. 4) Brunet de Presle, Mémoire, p. 564. Reuvens hat auf die Mönche noch nicht exemplifiziert.