Aufsatz 
Mönchtum und Sarapiskult
Entstehung
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Meinung gekommen, als ob darunter eine Einsiedlerzelle zu verstehen sei, in die der 4 οmοο eingeschlossen wurde und die er nicht verlassen durfte. Aber schon aus der Glosse des Hesych¹) war zu entnehmen, daß eine derartige Bedeutung nicht statuiert werden darf, ganz abgesehen davon, daß das Wort hier durch das parallele ispév in einer ganz bestimmten Weise erläutert wird. Gemeint ist damit der gesamte Tempelbezirk, der für jedes einzelne Heiligtum wieder für sich abgeschlossen war. Bei der riesigen Ausdehnung, die das Sarapeum hatte von ihr hatte es das Attribut gεαᷣ, braucht man sich den Raum nicht so eng vorzu- stellen. Die einzelnen Heiligtümer enthielten nicht nur das eigentliche Tempelgebäude, sondern in Verbindung mit ihm andere Gebäulichkeiten, die den Priestern und dem übrigen Kultuspersonale zur Wohnung dienten und wohl überhaupt alles einschlossen, was der Kult an Gerätschaften u. s. w. erforderte²). Derartige Nebengebäude hat Strabo in Heliopolis noch gesehen. Die Fremdenführer, die ihm als Erklärer der verlassenen Herrlichkeit dienten, berichteten ihm, daß hier einst die weisen und sternenkundigen Priester gewohnt hätten. Damals aber zeigte sich in den verödeten Räumen niemand mehr, als einige Opferpriester und Fremdenführer*). Derartige vielräumige Gebäulichkeiten werden wir uns auch in dem großen Sarapeum bei Memphis vorzustellen haben.

Innerhalb dieses Bezirkes war ein freier Verkehr möglich. So konnte Ptolemäus, der an dem Astartetempel seiner zaοτοmνσ oblag, mit den Zwillingen verkehren, die an dem eigent- lichen Sarapeum angestellt gewesen zu sein scheinen. So hören wir, daß der Bruder des Ptolemäus, Apollonius, der sich ebenfalls als ziτον in dem Sarapeum aufhält, ge- legentlich eines Ganges zu dem Pastetenbäcker, der sich mit seinem Geschäft ebenfalls in dem Heiligtume befand und bei dem er Fleischpasteten einkaufen wollte, in einen Streit geriet. Der Verkäufer wollte ihm minderwertige Ware aufhängen, die er erst nach einigem Zögern durch bessere ersetzte. Als aber Apollonius wieder in seiner Wohnung war in diesem allgemeinen Sinne ist hier xανατωρένtov gebraucht¹), kamen die Brüder jenes Händlers, drangen in die Wohnung ein und prügelten Apollonius ohne Scheu vor dem Heiligtum, in dem sie sich befanden, und ohne Acht auf Anstand und gute Sitte durch, nahmen noch dazu das Geld, das sie fanden, weg(Par. 40). Auch hier liegt vielleicht ein Ausbruch der Spannung vor, die zwischen den Agyptern und den Fremden bestand. Von einer Klausur im Sinne eines gefängnisartigen Eingeschlossenseins darf man nach dem hier Berichteten nicht reden.

Apollonius tritt uns in dem eben besprochenen Gesuche in einer Eigenschaft entgegen, in der wir ihn auch sonst kennen lernen: nämlich als Haushalter seines Bruders Ptolemäus. Oben ist ein Beispiel angeführt worden, aus dem sich ergab, daß man unter Umständen von den zito-o erwartete, sie ließen ihren Angehörigen zu Hause eine Unterstützung zu teil werden. Das war aber nicht die Regel; vielmehr mußten bei länger dauernder zετον, die nicht allzu selten gewesen zu sein scheint, die Betreffenden von Hause aus Zuschüsse erhalten und scheinen dann meist sich zusammengethan zu haben, um einen gemeinsamen Haushalt zu führen. So bittet Ptolemäus 161 den König in einem leider nur stark verstümmelt erhaltenen Briefe, er möge seine Brüder vor den Chikanen der Ortsbehörden schützen, da er von ihnen,

1) Ilaοοmρ⁵μμονναν τνν ααάεοευν ρςέοσ ſboovoin, 2h, vabs davdene. Vgl. zu dem Wort Deißmann, Bibelstudien(Marburg 1895), S. 145 f. 2) Man kann sich, um ein Bild von der Beschaffenheit solcher Anlagen zu gewinnen, an die Tempelbauten von Jerusalem erinnern. Vgl. Stade, Geschichte des Volkes Israel(Berlin 1887 ff.), I, S. 326 ff.; II, 48 fl. Namentlich der II, 51 mitgeteilte Grundriß des Tempels Ezechiels ist instruktiv. Für die ägyptischen Tempel vgl. die eingehende Schilderung, die A. Erman, Agypten u. äg. Leben im Altertum, S. 387 ff., von den Nebengebäuden gegeben hat. UÜber die Priesterwohnungen S. 388. 3) Strabo XVII, 1, 29, p. 809 Cas. h HAioo w6ke:G⁴* ενοος ets? Le-³.008, dy ols d1ε ½ε60 ol lepsic: B⁴*r, TA i raörny arornidνy Lsεν[ονεναι mᷣά⁴αο το πανανον, XO6 3 dvd uAl dοεmςμονννμμιαόν Ex NOc= dE vat robro vbwt rh öerud vat aenets. 4) In demselben Sinne begegnet auch araνοο Par. 40, 38 (Vvgl. 12, 8) und zarâνονμα Par. 34, 5.