Ferner ergiebt sich mit voller Sicherheit aus den Briefen, daß die Beendigung des mit vaτο bezeichneten Zustandes oder Verhaltens völlig von dem Willen des Betreffenden abhing. Man fordert Hephästion auf, nach Hause zurückzukehren, mit der alleinigen Einschränkung strep u a aναννάχνναιιwχ᷑mον t&εεοσνσκ Vat.(Slxs G7 A? ναοει εερν s νειαναπ Lond.). Unter den zwingenden Umständen, die die Rückkehr Hephästions verzögern könnten, darf wohl ein direkter Wink der Gottheit verstanden werden. Liegt ein solcher göttliche Wink nicht vor, so hat er keinen Anlaß, mit der Rückkehr zu warten. Denn wie ihm sein Bruder schreibt, versucht jeder, wenn er aus den Gefahren befreit ist, so schnell als möglich wieder nach Hause zu kommen.
Schon durch diese Beobachtungen ist es unmöglich gemacht, die zaro* als etwas dem Priestertum Analoges aufzufassen. Wäre das der Fall, so könnte der, der einmal in den Verband der Kultusbeamten eingetreten ist, wohl nicht so ohne weiteres aus diesem Verbande ausscheiden, wann es ihm gut schiene. Aber es wäre auch ein in der Geschichte der Reli- gionen völlig unerhörter Gedanke, wenn jemand, um seine Gesundheit zu erlangen, einen Priesterdienst übernähme. Vielmehr müssen die, die zu Priestern einer Gottheit erwählt werden, im Gegenteil untadelig sein.
Hiermit ist eine einigermaßen sichere Basis gegeben, von der aus es gelingen kann, den Aussagen, die über Ptolemäus und seine zaro gemacht werden, die richtige Stelle an- zuweisen. Bemerkenswert ist zunächst, daß Ptolemäus überall ohne Ausnahme in seinen Bittgesuchen seinem Namen den Umstand hinzufügt, daß er sich in zaro*h befindet und zwar sehr häufig mit der genaueren Bestimmung der Dauer durch Angabe des Jahres. Das kann nur dann einen Sinn haben, wenn einmal eine längere Dauer nicht zu den gewöhnlichen Er-
scheinungen gehörte und sodann, wenn diese Thatsache der betreffenden Persönlichkeit irgend- wie ein besonderes Ansehen zu verleihen vermag. Dieser Anspruch, den der Aro-o« erheben durfte, läßt darauf schließen, daß man ihm eine besondere Stellung der Gottheit gegenüber anwies, die wohl über das Maß von Autorität, das der Priester als solcher genoß, noch hinausging.
Darüber, was dem zãro²os als solchem zu thun oblag, haben wir keine Angaben. Wie oben(S. 8 f.) gezeigt wurde, hat die Aussage, daß Ptolemäus opferte, nichts mit der That- sache zu thun, daß er ein zäroνos war. Diese Angaben, die in den Berichten zudem völlig in den Hintergrund treten, dürfen also hier nicht verwertet werden. Dahin gehören wohl die Angaben über die Wohnung des Ptolemäus. Nach Par. 37, 4(vgl. 41, 18. 35, 4) verweilt Ptolemäus in dem aoroνροον, das sich nach 37, 9. 35, 8 im*KAorapttsto“ des Sarapeums befindet. Es scheint, daß Ptolemäus samt den andern z4ro*νοοα) zu den xαοεοιριοο gerechnet wurde. Näherer Aufschluß hierüber läßt sich aus dem interessanten Par. 35(vgl. 36, 37) gewinnen.
In dem Jahre 163 hatten im Monat Thot(Oktober) in dem Sarapeum Unruhen statt- gefunden, über deren Anlaß wir nichts Näheres erfahren. Solche Unruhen waren, wie uns die Urkunden lehren, nichts Seltenes in den heiligen Hallen, wo man angeblich die Rache nicht kannte. Und aus den Beschwerden, die von seiten der Griechen gegen die Agypter erhoben wurden, läßt sich noch schließen, daß der Streit der Nationalitäten auch das Tempelgebiet berührte²). Bei dem 163 ausgebrochenen Aufruhr war nun auch Ptolemäus in Mitleidenschaft gezogen worden. Es scheint, daß die Sache in dem Anubisheiligtum, das neben dem eigentlichen Lzparstov und dem„Aaraptistoy einen Bestandteil des großen Tempel- bezirkes bildete, zuerst angegangen war. Denn der in dem Anubisheiligtum stationierte Polizei- chef und der Oberpriester hatten Polizisten unter der Führung besonders beauftragter Beamten,
1) Daß Ptolemäus nicht allein war, ergiebt sich aus Par. 35, 18 f.: xονεςα ⁸ι robrots A⁴* eς y A.NG„ INaν⁴*αυν ααη(ςνννε πeροοειαηι*ννναεν. Von seinem Bruder Apollonius wissen wir es ausdrücklich, und in Lond. XXIV(XV) lernen wir noch einen andern dτονος, Namens Aghats, kennen.— 2) Vel. Par. 36, 11 ff. Man dringt mit Gewalt in das Heiligtum und will Ptolemäus herausholen, wie es schon früher bei Aufständen versucht worden ist, weil er ein Grieche war.
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