Aufsatz 
Mönchtum und Sarapiskult
Entstehung
Einzelbild herunterladen

7

der als Freund ihres Vaters für sie zu sorgen sich verpflichtet fühlte. Daraus, daß die beiden Mädchen uns in priesterlichen Funktionen entgegentreten, ergiebt sich, daß sie durch Ptole- mäus eine bestimmte Anstellung unter dem Kultuspersonale des Sarapeums gefunden haben. Das ist aber nur denkbar, wenn Ptolemäus selbst in irgend einer Weise zu dem Tempel- personale gehörte. Eine besondere Bezeichnung seines Amtes kann daher, da nichts anderes angeführt wird, nur darin liegen, daß er cic räy y zaro-*h Syrey(Par. 22, 22; vgl. 8 .0/⁄ 23, 18) genannt wird.

Die Funktionen, die jene beiden Mädchen ausübten, werden genauer angegeben. Von ihnen heißt es zunächst allgemein, daß sie zum Kultpersonale gehörten(eεεοονπνοπν22, 2; vgl. 23, 1, wo allerdings die erste Zeile und mit ihr die in Frage kommenden Worte z. T. zerstört sind); sie bringen dem Sarapis Spenden dar für die königliche Familie(Topänet rsv- 20036 bEp ts P.G, at T6y dSr5G TeXee 22, 3 f.) und sind bei den Trauerfeierlichkeiten für den verstorbenen Apis beteiligt(Exieπν˙εέν τουνςοαα ⁹⁷ o5 6905 TO5 Axioc XA dοοον ε n*˙? o ech 22, 23 f.; vgl. 23, 20 f.) ¹1). Sie bezogen für ihre Dienstleistungen einen Gehalt aus der königlichen Staatskasse(23, 27 f.).

Diese Resultate einer Erwägung der in dem oben deutsch mitgeteilten Schriftstück enthaltenen Angaben lassen sich durch andere Urkunden noch ergänzen. Aus dem Londoner Papyrus XXII(III), 3 f. lernen wir, daß die beiden Mädchen den Titel diò&& führten(xa Oabriroc al Tabros d15Gy 16 2y c os Méey Ls⁴. Vxtsip 515010, vgl. ry Sy zatoον Wvrcy oben). Offenbar waren bestimmte priesterliche Funktionen Zwillingsschwestern vorbehalten. Als die beiden mittellos sich in dem Sarapeum einfanden, verschaffte ihnen Ptolemäus die Stelle. Von ihren Vorgängerinnen ist auch gelegentlich die Rede. Sie berufen sich auf die Naturallieferungen an Öl und Kiki, die diese erhalten hatten und auf die daher auch sie Anspruch zu erheben hätten(Lond. XXII[IIII, 9 ff.: 22˙, db ralc TOOXObaꝓ vy Sy réro(d. h. dem Sarapeum).οαι νο Erivsro, vgl. XXXIVIII], 4, XXXIV IIX], Sf. u. a.). Sie empfangen jährlich zwei Quart(usrνννε) Ol und zwar je ein Quart Sesam- und Kiki-Ol aus dem königlichen Magazin(Lond. XVII(VI) 5: x⸗ει ³oν ναν,ιά ,ĩο abtatc à/ν 15 Baαιλέκιι xat Sytantdy XAiod Snepivo dal klos). Diese Lieferungen dienten dazu, den Aufwand für die Opfer zu bestreiten(Lond. XXII IIIII, 26 ff.: dtà οε%siac SxttXOOat dc dsc sagen sie zu dem Beamten, der ihnen zur Erlangung ihres Rechtes behülflich sein soll; vgl. Par. 26, 47 ff.; 29, 22 fl. u. a.). Daß sie in dem Asklepieion, d. h. dem dem Sarapis-Asklepios geweihten Tempel in dem großen Tempelkomplex des Sarapeums angestellt waren, ist aus dem Londoner Papyrus XLI(XII) zu ersehen(Z. 1: th ry5]usy]è tatc dDbals rod Aaxrtsioo. Vgl. Par. 26, 6 ff.). Ebendaher(I ff.) erfahren wir, daß sie außer auf die Ollieferungen auf drei Brote täglich Anspruch hatten, die, wie das Folgende lehrt, ebenfalls bei dem Opfer gebraucht wurden²). Denn als den beiden Priesterinnen die Brotlieferungen durch die Eifersucht anderer Priester entzogen wurden, mußten sie die Opfer einstellen. Diese letztere Lieferung muß irgendwie mit den Trauerfcierlichkeiten bei dem Tod des Apis zusammenhängen. Denn sie werden von dem as,οα ο Antos an geleistet, sind allerdings in dem vorliegenden Falle ausgeblieben(Lond. XLIXII]; Leyd. P).

1) Bei dem Tode des Apisstieres fanden in Agypten öffentliche Trauerfeierlichkeiten statt. Ebenso in jedem Jahr ein Trauerfest. Hier handelt es sich um dieses offizielle Trauerfest, das in Memphis, der Begräbnisstätte des toten Apisstieres, abgehalten wurde. Das utaοοον kann sich nur darauf beziehen, daß man die Priesterinnen in der Stadt selbst bei diesen Ceremonien verwandte. Denn das Sarapeum lag höher als die Stadt(Strabo XVII, 1, 32). Über die Landestrauer beim Tode des Apis hat Jablonski, Pantheon Aegyptiorum II(Prancof. ad Viadr.), p. 204sq. einige Stellen aus den alten Schriftstellern gesammelt. Vgl. Pietschmann bei Pauly-Wissowa, Real-Encyklop. d. klass. Altertumswissensch. I, 1, 2808, 40 ff. Plutarch, De Iside et Os. 35. 2) Vgl. zu diesen Opfern Brunet de Presle, Mémoire sur le Sérapeum in den Mémoires présentés par divers savants à l'Académie des inscriptions et de belles lettres de l'Institut National de France, Ie série, t. II(Par. 1852), p. 562 s. Eine Berechnung über die in einem Jahre zu leistenden Lieferungen findet sich in Pap. Lond. XVIII(XIV).