37 immer im Steigen ist, und wohin so viele Auswärtige kommen, um sich die zu ihrer künftigen Bestimmung nöthige Bildung zu erwerben, nur drei Wege: entweder muſs noch ein ganz neues Gymnasium, in derselben Art organisirt, wie die gegenwärtigen, angelegt werden, so daſs dadurch der doppelte Zweck einmal der eigentlichen gelehrten Bildung für die Uni- versität, und daneben auch zugleich die höhere wissenschaftliche Bildung für die übrigen Zwecke im Staate und im bürgerlichen Leben erreicht werden kann; oder die Errichtung mehrerer höherer Bürgerschulen, wo- mit man erst den Anfang gemacht hat, ist erforderlich, um dadurch alle solche junge Leute von den gelehrten Schulen abzuleiten, welche sich keiner eigentlichen Fakultäts- Wissenschaft widmen; oder in den Gymna- sien selbst müssen, ohne jedoch die Grundform derselben zu ändern, solche Einrichtungen getroffen werden, wodurch die Schülerzahl in den Classen vermindert und zugleich dem Bedürfnisse der Zeit möglichst abgeholfen werde. Dies würde in der Anstalt, der ich bisher vorgestanden habe, nur dadurch bewirkt werden können, wenn auch in den obern Klassen der- selben, wie wir sie schon seit vielen Jahren in den untern Klassen mit dem besten Erfolg haben, parallele Coetus wenigstens in den Hauptob- jecten eingerichtet werden könnten. Die Sache hat aber ihre groſsen Schwierigkeiten, und muſs mit vieler Umsicht und Zartheit behandelt werden, wenn ein erwünschter Erfolg dem Zwecke entsprechen soll. Zu solchen neuen Einrichtungen, wobei so viele Verhältnisse und Umstände zu berücksichtigen sind, eignet sich aber nicht mehr das hohe Alter, in dem ich mich befinde; sondern sie erfordern die kräftige Thätigkeit eines im Schulfache erfahrenen Mannes. Aus diesem Grunde sowohl, als auch wegen der überhäuften Geschäfte, die mit einer so umfassenden Anstalt, als das Joachimsthalsche Gymnasium ist, welches gewissermaſsen zwei Anstalten in sich vereiniget, unzertrennlich verbunden sind, und welchen meine Kräfte in einem Alter von 73 Jahren unterliegen, habe ich aus rei- nem Pflichtgefühl, damit diese für den Königl. Dienst und den Staat so wichtige Anstalt durch meine Altersschwäche keinen Schaden nehmen möchte, Se. Excellenz, den wirklichen Geheimen Staatsmi-
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