Aufsatz 
De privatis atque illustrioribus publcis veterum Romanorum bibliothecis eorumque fatis narratio
Entstehung
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Chronik des Gymnasiums.

Der Geburtstag Sr. Majestät, unsers allverehrten Königs, wurde auch im verflossenen Schuljahre am 3ten August im groſsen Hörsaale mit um so wärmern Gefühlen der treuesten Anhänglichkeit und ehrfurchtsvoller Dank- barkeit gefeiert, als diese groſse Lehr- und Erziehungsanstalt nicht nur ihr Daseyn, sondern auch ihren fortdauernden Wohlstand, nun schon über zwei hundert Jahre unserm erhabenen Regentenstamme einzig verdankt. Der Redner, diesmal der Herr Professor Dr. Abeken, sprach darüber: In welchem Sinne die Schule den in unsrer Zeit häufig ausge- sprochenen Forderungen genügen kann und soll, indem er besonders auf die Erweckung und Wiederbelebung der Pie- tät als auf das zunächstliegende Bedürfnifs hinwies.

Ruhig, wie seit vielen Jahren, ging die Anstalt auch im verflossenen Jahre, unter Gottes Segen, ihren gemessenen Gang ohne widrige Begebenhei- ten und auffallende Erscheinungen. Einige subordinationswidrige Verge- hen wurden, um sie gleich in der Geburt zu ersticken, an den Urhebern derselben scharf gerügt und gesetzmäſsig bestraft, wodurch die vorge- schriebene Ordnung sofort wieder hergestellt wurde. Wesentliche Verän- derungen weder in der Lehrverfassung noch im Lehrerpersonale hat die Anstalt auch im verllossenen Schuljahre nicht erlitten. Nur am Schlusse desselben muſste sie den Verlust eines geschätzten Lehrers in der Person des Professors Dr. Marmalle bedauern. Er endete sein thäthiges, nur dem gemeinen Besten gewidmetes, Leben den aasten Februar in einem Alter von 56 Jahren an den Folgen einer Lungen- entzündung, die schon gehoben war. Seit 35 Jahren war er Lehrer der französischen Sprache und Litteratur an unserer Anstalt. Bei seinem swächlichen Körper gab er dennoch seine vielen Lectionen mit groſser Pünktlichkeit, welches ihm um so mehr zum Verdienst gereicht, da er nicht im Gymnasio selbst wohnte und in mehreren andern Anstalten Unter- richt ertheilte, und daher oft weite Gänge zu machen hatte. Ein Haupt- zug seines Charakters war eine menschenfreundliche Gutmüthigkeit, wo- durch er die Liebe seiner Schüler gewann. Sanft ruhe seine Asche! 6 E 2