Aufsatz 
Über die Interferenzerscheinungen und primären Gebilde feiner und regelmäßiger Wellensysteme tropfbarer Flüssigkeiten und ihre Darstellung auf dioptrischem Wege
Entstehung
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B B vorgerückt sein. Während dieser Zeit hat sich ihr Durchschnitt g mit einer vom Winkel a abhängigen Geschwin- digkeit v in einer geraden Linie P N, welche den Winkel a halbirt, fortbewegt. Zieht man, um den Werth dieser Ge- schwindigkeit zu bestimmen, A A, so ist das Ge- schwindigkeitsverhältniss v: v'der primären Wellen und ihres Durchschnittes g offenbar durch das Verhältniss der Linien rn und erg ausgedrückt, d. h.

v nn. 4 ,== sin ½, und hieraus v rg

V v= S 1⁄ a.

In dem Momente, wo beide sich kreuzende Wellen die Lage AA BB' erreicht haben, befindet sich die nach- rückende Welle in der Lage A A, B B, worin sie die beiden vorangehenden Wellen in m und k schneidet. Dass die Durch- schnitte m und k ebenfalls nur in den geraden Linien II, II vorrücken können, ist einleuchtend. Fasst man nun die durch Thäler getrennten Wellenhügel g, r, s ins Auge, welche aus der Winkelspitze P hervorkommend, in der geraden Bahn P N hintereinander sich fortbewegen, so werden dieselben einander so rasch verfolgen, dass ihre Diskontinuität im Auge des Beobachters aufgehoben erscheint, und sie in Folge der Dauer des Lichteindruckes als ein scheinbar zusammen- hängender unbeweglicher Wellenberg P N sich darstellen. Das Gleiche gilt von den in den Bahnen II, II... sich be- wegenden Wellenhügeln k, p... und m., o... Diese in ge- radlinigten Bahnen fortschreitenden, durch den Lichteindruck zu einem scheinbar zusammenhängenden Ganzen vereinigten, Hügelreihen sind es, welche sekundäre Wellen oder Inter- ferenæwellen heissen mögen. Die in der Mitte zwischen den- selben durch schwächere Punktirung angedeuteten Geraden sind der Ort, wo die Durchkreuzung der Wellenberge des primären Systems A A, A/A... mit den Wellenthälern des primären Systems B B, BB... stattfindet, wo also die Flüssigkeit im Niveau der ruhigen Oberfläche steht.

Könnte man das Bild des so eben beschriebenen Vor- ganges auf eine Ebene z. B. ein Blatt Papier projiciren, So