Aufsatz 
Über die Interferenzerscheinungen und primären Gebilde feiner und regelmäßiger Wellensysteme tropfbarer Flüssigkeiten und ihre Darstellung auf dioptrischem Wege
Entstehung
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halben Oscillation den von je zwei benachbarten Bergen ihnen entgegenkommenden Wellen in der Mitte der Scheitelabstände BB begegnen und die durch Punktirung angedeuteten Wellen- berge B bilden. In demselben Augenblicke, wo die Berge B' entstehen, haben sich die Berge B in Thäler verwandelt. Diese Erscheinung wiederholt sich in regelmässigem Wechsel an der nämlichen Stelle. Die ursprünglich fortschreitende Wellenbewegung ist somit in eine stehende aus der Lage B, B, B... in die Lage B B B' auf und nieder schwingende verwandelt.

Ist nun die Oscillationsgeschwindigkeit beider Parallel- schienen, also auch die Aufeinanderfolge beider Schwingungs- phasen B, B, B... und B B, B... eine sehr rasche, So wird das Auge in Folge der Dauer des Lichteindruckes beide Phasen, obgleich sie in der Wirklichkeit durch den Zeitin- tervall einer halben Schwingung getrennt sind, als eine gleich- zeitige Erscheinung auffassen und von den Scheiteln B und Bu den Eindruck unbezweglicher paralleler Linien erhalten. Letz- tere sind ½ Wellenlänge von einander entfernt und durch Schwingungsknoten i, i... von einander getrennt, welche im Niveau der Flüssigkeit liegen.

Der Wellenapparat Fig. 5 projicirt das Bild der schein- bar unbeweglichen Wellenscheitel in Gestalt paralleler Licht- linien in unverändertem Abstande auf eine weisse Pläche.

Sekundäre Wellen, oder fortschreitende Interferenzwellen 2wischen geraden unter irgend einem Winkel gegen einander geneigten Schienen. POQ, PR Fig. 2 seien zwei unter irgend einem Winkel« gegen einander geneigte gerade Schienen, welche in den Wasserspiegel tauchend, gleichzeitig und regel- mässig oscilliren und parallele Wellen erzeugen. Die Scheitel dieser primären Wellen sind durch starke Linien A A. A A, A A... BB, B B, B B..., die zwischenliegenden Thäler durch dünne Linien bezeichnet. Befinden sich nun zwei sich kreuzende Scheitel nach der ersten Oscillation in der Lage A A, B B, so werden sie, mit gleichmässiger Geschwin- digkeit fortschreitend, nach der zweiten Oscillation in die Lage A A B B', nach der dritten in die Lage A A,