II.
Interferenz der durch die Schwingungen elastischer Körper erregten Flüssigkeitswellen.
Stehende Wellen zwischen ziwei parallelen gleichzeitig oseillirenden geraden Schienen. Fig. 1 stelle den senkrechten Durchschnitt eines Wellensystems dar, welches durch die gleichzeitigen und regelmässigen Schwingungen zwéeier paral- leler gerader Schienen ss zwischen den letzteren erregt wird. Die Gerade M N bezeichne das Niveau des ruhigen Wasser- spiegels. In welcher Weise jene Schwingungen sich der Was- serfläche mittheilen, wird aus folgender Betrachtung hervor- gehen. Angenommen, 4 Oscillationen, welche eben so viel Wellen erzeugen, seien gerade hinreichend, die Wellenbe- wegung von einer Schiene bis zur andern fortzupflanzen, oder, was auf dasselbe herauskommt, beide Schienen seien um 4 Wellenlängen von einander entfernt. Indem sich nun die gleichzeitig erregten Wellensysteme einander entgegenbe- wegen, werden sich die ersten Wellen in der Mitte p d des Abstandes beider Schienen begegnen und als resultirende Wirkung einen Berg B von nahezu doppelter Höhe bilden. Zurücksinkend theilt sich dieser Wellenberg sofort in eine rechts und eine links zurückschreitende Welle. Jede dieser letzteren trifft nach Verfluss der Zeit, welche eine Welle braucht, um den Raum ihrer Länge zurückzulegen, mit einer anrückenden Welle zusammen und bildet mit ihr den folgen- den Berg B. In irgend einem Zeitmomente werden daher alle Wellenberge beider Systeme zusammenfallen und Berge B. B. B.. von nahezu doppelter Höhe bilden. Dieser Moment ist durch die ausgezogene Wellenlinie dargestellt. Unmittel- bar darauf trennt sich aber jeder Berg B wieder in zwei rechts und links fortschreitende Wellen, welche nach einer


