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Was die Geschwindigkeit anbelangt, womit sich kreis- förmige Wellen ausbreiten oder gerade Weellen fortschreiten, s0 ist diese innerhalb der hier in Betracht kommenden Grenzen als Meichförmig anzuschen. Direkte Versuche zeigen, dass auch bei Kreiswellen eine Abnahme der Geschwindigkeit mindestens auf 20 Wellenlängen nicht wahrnehmbar ist. Aber auch aus andern indirekten Beobachtungen, auf die ich weiter unten zurückkommen werde, lässt sich auf die Gleichförmig- keit der Fortpflanzungsgeschwindigkeit schliessen. Als arith- metisches Mittel aus einer Reihe von Versuchen, wobei ich mich eines Taschenchronometers bediente, der halbe Sekunden zeigte, ergab sich die Geschwindigkeit der erwähnten Wellen- gattung zu 18,3 Centimeter in 1 Sekunde bei einer Wasser- tiefe von 4 Centimetern. Dass bei einer um das doppelte oder dreifache verminderten oder vermehrten Tiefe kein Un- terschied in der Geschwindigkeit sich zeigte, war bei der äusserst geringen Höhe der Wellen zu erwarten.
Bezeichnet man die Fortpflanzungsgeschwindigkeit der Welle mit v. die Wellenlänge mit l und die Anzahl der Schwingungen des elastischen Erzeugungsmittels in der Se- kunde mit n. so ergibt sich die Relation zwischen diesen Grössen durch folgende einfache Betrachtung. Da bei jeder Oscillation die Welle um ihre Länge l vorschreitet, so hat sie nachn Oscillationen, d. h. in 1 Sekunde die Strecke n. I zurückgelegt. Somit ist ihre Geschwindigkeit
7)=n. 1
und wenn man obigen in Centimetern ausgedrückten Werth für v einführt
. n. I 18,3.
Da sich ferner die Wellenlänge mit Hülfe der Methode, deren Beschreibung unten folgen wird, leicht messen lässt. so ist dadurch zugleich ein Mittel gegeben, die Vibrationsgeschwin- digkeit eines elastischen Stabes aus der Länge der durch seine Schwingungen erzeugten Wasserwellen zu bestimmen.


