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und Armuth, Beſitz und Beſitzloſigkeit Staaten mehr als einmal erſchüttert hat: ſo zerklüftet ſich auch die menſchliche Geſellſchaft auf verhängnißvolle Weiſe, wenn die Bildungskreiſe im⸗ mer mehr Berührungspunkte verlieren und gleichſam von der Wurzel aus in ſchroff geſonderten Stämmen aufſchießen. Doch wir dürfen hier nicht weiter abſchweifen, obwohl hierin für die Organiſation des geſammten Schulweſens einer Nation eine Reihe der wichtigſten Motive zu der einheitliche Geſtaltung desſelben liegen möchte, und obwohl auch für die Eltern bei der Wahl der Schule und des Bildungsgangs der Kinder es offenbar eine vorzügliche Beachtung verdient: erſtens, daß ſie ihnen dadurch die beſſeren Bildungskreiſe eröffnen; zweitens, daß ſie innerhalb der eigenen Familie nicht durch allzu ſchroffe Gegenſätze in der Ausbildungsweiſe der verſchiedenen Kinder gegenſeitige Entfremdung für das ſpätere Leben hervorrufen. Hier ſind es die ſ. g. Bürgerſchulen im engeren Sinne, welche wir unſerm Zwecke gemäß allein ins Auge zu faſſen haben. Gilt auch für die verſchiedenen Stufen derſelben eine Scheidung nach Berufsarten, etwa in ähnlicher Weiſe, wie man innerhalb der wiſſenſchaftlichen Lehranſtalten die Zweige der realiſtiſchen und humaniſtiſchen Gymnaſien unter⸗ ſcheidet? Man ſieht ohne viele Mühe, daß eine ſolche Scheidung nicht ſtattfindet, denn faſt alle praktiſchen Lebensberufe ſind realiſtiſcher Art. Elementarſchule, Mittelſchule und hoͤhere Bürger⸗ und Töchterſchule haben daher ihrem Weſen nach denſelben Zweck: ſie wollen allge⸗ meine Vorbildungsanſtalten für den Bürgerſtand ſein, keineswegs aber beſondere Berufs⸗ oder Fachſchulen. Was von Fachmäßigem in ihnen etwa getrieben wird, das iſt theils nur ein natürlicher Beſtandtheil des Unterrichts ſelbſt(denn auch die allgemeine Schulbildung will einen Stoff und Inhalt haben, den ſie mittheilt und an dem ſie übt, und da iſt es denn von ſelbſt verſtändlich, daß derſelbe aus den Gebieten des praktiſchen Berufslebens entnommen wird, aus dem die meiſten Schüler von Haus aus kommen, und zu dem ſie wieder über⸗ gehen werden); theils liegt es in zufälligen örtlichen Beſonderheiten, die nicht Maaßſtab ſein können; theils tritt es, namentlich bei den etwas erweiterten Anſtalten, nur in den oberſten Klaſſen einigermaßen vernehmlicher hervor(wie wenn der Zeichenunterricht in einer beſtimm⸗ ten Richtung nachdrücklicher betrieben, Buchhaltung in kaufmänniſchem Sinne gelehrt wird, ebenſo im Rechnen und in technologiſchen oder geographiſchen Stunden beſondere Berufs⸗ arten vorwaltende Berückſichtigung finden); niemals darf aber bei einer geſunden Organi⸗ ſation der Hauptzweck derſelben, eine allgemeine Vorbildung für alle bürgerlichen Berufs⸗ arten zu geben, davon beeinträchtigt werden. Nein, der Unterſchied dieſer Schulen liegt nur allein in dem Grade und dem Umfang der allgemeinen bürgerlichen Vorbildung, welche ſie vermttteln. Es ſind gleichſam drei verſchiedene Fahrzeuge die nach demſelben Hafenplatze des Lebens ſteuern, aber einen verſchiedenen Tiefgang, verſchiedene Ladungsfähigkeit und theil⸗ weiſe anderes Rüſtzeug und andere Dienſtbemannung haben. Die Schulen ſelbſt zwar pflegen gewöhnlich, wie auch die höhere Bürgerſchule in ihrem Jahresbericht von 185 ⅞3 pag. 6. drittes Aliena gethan hat, eine Reihe von Berufsarten zu nennen, für welche ſie beſonders geeignet zu ſein ſcheinen; aber es iſt dieſes nur ein anderer, Vielen verſtändlicherer Ausdruck für das Maaß der allgemeinen Vorbildung, welches ſie gewähren wollen. Vei gewiſſen Be⸗ rufsarten tritt das Bedürfniß oder das Förderliche eines höheren Maaßes von individueller Ausbildung dringender hervor; andere können ſich wegen ihrer größeren Einfachheit mit einem beſchränkteren Grade begnügen; während eine dritte Klaſſe ſelbſt bei dem Minimum geſetzlicher Schulbildung betrieben werden kann. So geſchieht es denn mit Recht, daß un⸗


