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Theiles ihrer künftigen Bürger nicht nur an Intelligenz, edler Geſittung, wie überhaupt an geiſtigem und moraliſchem Gewichte gewinnen, ſondern auch ihre Quellen des äußeren Wohl⸗ ſtandes ſich vertiefen und vervielfältigen. Wenn man aber von Seiten des ſtädtiſchen Vorſtandes mit Recht von ſolchen Gedanken und Erwartungen ausging, ſo konnte auch die letzte Abſicht desſelben nur die ſein: in der höheren Bürgerſchule die perſönliche Geiſtesausbildung, ſo wie die beſondere Berufsvorbildung ſo weit geführt zu ſehen, daß alle Bedingungen erfüllt werden, damit unſer Bürgerſtand auf der Höhe der Zeitforderungen ſtehen und ſich erhalten könne. Wer aber zu dieſer Höhe ſich zu erheben ſtrebt, dem werden die 4 unteren Klaſſen nicht genügen, ſondern er wird den Werth einer weitergehenden Schulvorbildung richtig zu ſchätzen wiſſen, weil er eine höhere Vorſtellung von der bürgerlichen Bildung überhaupt gefaßt hat, und darauf kommt zuletzt doch Alles an.
Dieſe Vorſtellung zu faſſen, dahin drängen gebieteriſch die Zeit und ihre Erſcheinungen; wer die Zeichen der Zeit verſteht, wird ſich anſchicken, ihren Winken zu folgen; ſie ſprechen zu deutlich, um mißverſtanden werden zu können; der Denkende ſah und erkannte ſie längſt, der Träge und Gewohnheitsſüchtige wird ſie dann, aber vielleicht zu ſpät für ſich und die Sei⸗ nigen, anerkennen müſſen, wenn er aus den vorderen Reihen der Geſchäftswelt, in denen er vielleicht noch jetzt ſteht, ſich unwiderſtehlich in den Hintergrund zurückgedrängt ſieht.— Wir wollen hier natürlich nicht von den einfachen, engbegrenzten oder durchaus abhängigen Be⸗ rufsthätigkeiten reden, obwohl auch dieſe nicht wenig von dem allgemeinen Entwickelungsgang und oft gerade ſie auf eine faſt vernichtende Art— man denke an die Schläge, welche man⸗ ches Handgewerbe durch die Maſchinenthätigkeit erlitten hat— getroffen worden ſind, ſondern wir haben die mittleren und höheren Geſchäftskreiſe im Auge. Wie iſt da Alles anders ge⸗ worden! Die Anſprüche an die gewerbliche Produktion haben ſich außerordentlich geſteigert; die Betriebsweiſe hat ſich in vieler Weiſe umgeſkaltet und geht noch größeren Veränderungen entgegen; das Handwerk muß nicht nur mit den Fabriken und Maſchinen wetteifern, es muß ſelbſt durch Aſſociation dem Charakter der Fabrikation ſich annähern; von den kleineren Mei⸗ ſtern auf eigene Hand ſehen wir immer mehrere verkümmern; die Induſtrie im Kleinen wird immer weiter zurückgedrängt von der Großartigkeit und Ausdehnung gemeinſamer Unterneh⸗ mungen. Der Handel verläßt auch in den Mittelſtädten und ſelbſt an kleineren Landorten ſeine alten, beſcheidenen Wege, wendet ſich an die entfernten Bezugsquellen und ſucht für ſei⸗ nen Vertrieb mannigfaltige und weitausgedehnte Verbindungen; die frühere Einfachheit der Ge— ſchäftsführung weichet vor vielſeitigeren und verwickelteren Zuſtänden. Welche Rührigkeit, Umſicht und Geſchicklichkeit erfordert es, um gewinnreiche Unternehmungen zu machen, ent— worfene Pläne erfolgreich auszuführen, geeignete Aufträge zu geben oder zu empfangen! Welche Vorſicht und Behutſamkeit iſt nöthig in dem empfindlichen Geld- und Wechſelverkehre! Welche Beſonnenheit, welches Verſtändniß gehört dazu, um allen Wandlungen und Wendungen, Verbeſſerungen und Umgeſtaltungen im Haudels⸗ und Geſchäftsleben zu folgen! Wie ange— ſtrengt, ſcharfſinnig und erfinderiſch muß Jemand ſein, der die überall wachſende Concurrenz beſtehen oder überwinden will!
Kann bei ſo bewandten Umſtänden noch dieſelbe geiſtige und Berufsausbildung genügen, wie früher? Iſt nicht bei weitem mehr als ſonſt alle Gewerbthätigkeit und alle kaufmänniſche Beſchäftigung, ſobald ſie über eine niedere Stufe ſich erheben will, zugleich eine tüchtige Gei— ſtesarbeit geworden? Reicht da Gewohnheitsbetrieb und Routine aus? Muß deßhalb nicht


