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ciellen Beruf fruchtbare Vorbildung für dieſelben gewonnen zu haben. Es würde hier ein paſſender Ort ſein, nachzuweiſen, warum eine höhere Bürgerſchule unmöglich mit vier Klaſſen geſchloſſen, oder vielmehr abgebrochen werden kann; doch iſt dieſer Gegenſtand zu wichtig, die Beſeitigung der dabei zu überwindenden Vorurtheile und althergebrachten Gewohnheiten und Anſichten zu umſtändlich, die Berückſichtigung der hier einſchlagenden Lebens⸗ und Berufsver⸗ hältniſſe zu weitführend, als daß hier eine gründliche Darlegung verſucht werden könnte. Deß⸗ halb wollen wir auch den Satz keiner eingehenden Betrachtung unterwerfen, daß das Confirma⸗ tionsalter, in dem man herkömmlicher Weiſe„aus der Schule zu kommen“ pflegt, in ſo vielen, vielleicht in den allermeiſten Fällen noch keineswegs das Alter derjenigen Reife iſt, welche eine genügende und ſichere Grundlage abgeben könnte, daß der Schüler„etwas Tüchtiges werde und zu Etwas komme.“ Es mag ferner einer geeigneten Zeit die Erörterung darüber vorbehalten bleiben, daß ein richtig angelegter, ſchulmäßiger Unterricht bis zum 16ten Lebensjahre mit einer unverkümmerten, durchaus praktiſchen Ausbildung für kaufmänniſche und gewerbliche Berufsarten ſehr wohl in Uebereinſtimmung ſtehe; ja, daß es nahezu nicht viel weniger als einer Verzicht⸗ leiſtung auf das ſelbſtthätige Miteintreten in die umfaſſendere und geſteigerte Entwicklung des mercantilen und induſtriellen Lehens unſerer Zeit in ſich ſchließe, wenn ein ſolcher Weg der Ausbildung dem heranwachſenden Geſchlecht nicht empfohlen und von ihm eingeſchlagen wird. Das aber wenigſtens iſt unzweifelhaft und klar, daß ein ſo erweitertes und ſo hoch geſtecktes Lehrziel, wie es die höhere Bürgerſchule zu erreichen ſuchen muß, wenn ſie ihre Stellung recht verſteht und das wahre Intereſſe des heutigen Bürgerſtandes gründlich fördern will, auch eine über das Schlußjahr des Elementar⸗ und gehobenen Volksſchul⸗Unterrichts erweiterte Lehrzeit d. h. vermehrte Lehrcurſe erfordert.
An der höheren Bürgerſchule ſelbſt allerdings iſt es, den thatſächlichen Beweis zu führen, daß ihre oberſten Klaſſen kein Anbau zur Zierde und zu eigenem Wohlgefallen, ſondern zum Nutzen und zur vollkommenen Ausrüſtung der Schule für das praktiſche Berufsleben ſein werden.— Uebrigens iſt weiter unten hinter den ausführlicheren Angaben über das Ziel, welches die höhere Bürgerſchule nach ſechs Lehrcurſen in jedem Lehrgegenſtand zu erreichen gedenkt, auch eine überſichtliche Zuſammenſtellung der Leiſtungen gegeben, welche die Eltern erwarten können, wenn ein Schüler nach Abſolvirung der vier unteren Klaſſen austreten wird.—
Wir können den vorliegenden Abſchnitt über den Zweck und die allgemeine Stellung und Einrichtung der höheren Bürgerſchule nicht verlaſſen, ohne noch einen Gegenſtand berührt zu haben, deſſen Verwirklichung der Schule auch nach unten eine ebenſo zweckmäßige als willkommene Erweiterung geſtatten würde. Es iſt nämlich die Abſicht, mit der höheren Bürgerſchule die bisherige III. Abtheilung der hieſigen Elementarſchule, die ſ. g. Vorbereitungsſchule, in Verbindung zu ſetzen; dieſe würde alsdann zukünftig die eigentliche Vorſchule für jene bilden, ſo jedoch, daß der Ueber⸗ tritt aus derſelben in das hieſige Gelehrten⸗Gymnaſium ebenſo gründlich vorbereitet wird. Wir ſtehen nicht an, es auszuſprechen, daß die höhere Bürgerſchule ſo erſt die ſelbſtändige Stellung und Ausdehnung erhalten haben wird, welche die Erreichung ihres Zieles ſichert. Denn wer es zu ſchätzen weiß, wie viel bei einer Schule von einem ſo aus⸗ geprägten und eigenthümlichen Charakter, wie ihn die höhere Bürgerſchule zu erlangen ſtreben muß auf eine vollſtändige und angemeſſene Vorbildung ankommt; wer die Vortheile des ſtetigen Fortſchreitens für den Unterricht und die Erziehung bei einer ununterbrochenen Folge der Klaſſen zu würdigen weiß, wird die Vorzüge begreifen, welche die beabſichtigte Verbindung mit ſich führen muß. Sobald daher dieſe Einrichtung ins Werk geſetzt ſein wird, werden darüber die nöthigen Mittheilungen veröffentlicht werden.


