Aufsatz 
Franz Bacon's Standpunkt und Methode / von Polack
Entstehung
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zund dann mit dem Lichte den Weg zu zeigen, d. h. von geordneten, gehörig gesonderten und richtig fesigestellten Erfahrungsthatsachen auszugehen, daraus Axiome herauleiten und aus den aufgestellten Axiomen neue Experimente. Wenn man mun bedenkt, dass die Dia- llektiker die-Erfahrung gänzlich verlassen, die Empiriker laber in ihr selbst, wie in einem PLabyrinthe, verwirrt umherirren: so muss man aufhören, sich zu wundern, dass die Wis- lsenschaften nicht ihne Bahn vollendet haben. Nur die wahre Methode fühnt sicheren Pfades dunch die Wälder der Erfahrung zu den offenen Räumen der Axiome.))

Noch eine dritte Gattnng von Philosophen aber ist übrig; es ist die Klasse der aber- lgläubischen und phantastischen Philosophen, welehe aus Glauben und Verebrung Theologie Sund Traditionen einmischen. Dieses Verderben der Philosophie durch Aberglauben und durch Einmischung der Theologie erstreckt sich überhaupt auf ein weiteres Gebiet und bringt ldas meiste Uebel entweder über die ganze Philosophie oder einzelne Theile derselben. Der

amenschliche Yerstand ist nämlich nichi weniger den Eindrücken der Phantasie untemworfen,

als denjenigen der gewöhnlichen Begriffe. Jene sophistische Streüphilosophie umstrickt den Nerstand; diese phantastische, schwülstige und gleichsam poetische schmeichelt ihm mehr. Denn es liegt im Menschen ein gewisser Ehrgeiz des Verstandes, nicht geringer, als der des Willens, zumal in hohen und erhahenen Geistern. Ein Beispiel davon bei den Grie- dochen ist Pythagoras; aber ein gefährlicheres und feinenes Plato und seine Schule. Den dersten Haupibetrug Platon's sah Hacon, wie schon dben erwühnt wurde, in seiner Behaup- tung von der dem Geiste inwohnenden Wahrhbeit; hier zielt er auf sein aweites, nicht ge- ringeres Verbrechen; denn darin, dass er auch der Stammvater der Philologen geworden, die unter'seiner Anführung, mit dem Ruhme des Geistes und mit einer populären und geschmei- digen Anmuth der Erkenntniss zufrieden, die ernstere Forschung vendornben haben, findet

er nur ein leichteres Uebel. 2) Wobhl habe er, ein Mann von erhabenem Geiste, der gleich-

sam von hohem Felsen benab alles überblickte, ganz recht gesehen, dass die Formen oder

ideen das wahre Ohject des Wissens scien; aber er hahe die Fnucht dieser durchaus wah-

eren Erkenntniss wieder verloren, indem er sie ganz ahstract und ohne materielle Beslimmt- heit auffasste. 3) Daher habe er sich denn zu theologischen Specnlationen hingewendel und Mdie Formen vengöttert, daduneh aber die Philosophie, ie Aristoteles durch die Dialoktik, so 1seinerseits durch die Theologie vergiftet. 4) iebrigens findet sich dieses dlebel auch in allon andenen Systemen, wo jene abstracten Ideen, die Endunsachen und ersten Ursachen eingeführt, die Mittelursachen dagegen übengangen worden sind. Bei diesem Irrthum aher ſist grade die grösste Vorsicht nöthig. Denn das Schlimmste ist die Apotheose des lrrthums; und es muss für eine wahre Pest des Verstandes gehalten werden, wenn aum Wahne die Nerehrung hinzutritt; Henn es gibt keinen Weg durch den Mahn zur Wahrheit. 5) Diesem Mahne(haben sich aber auch einige Neuene mit der grössten Leichtfertigkeit so hingage- pen, dass Sie die Naturwissenschaft auf das erste Kapitel der Genesis und auf das Buch Hiob und die anderen lheiligen Schriſten au gründen gesuchtihahen. Um somehr aber muss man diesen Wahn werhindern und in Schranken halten, weil aus einer Wermischung des Göttlichen und Menschlichen nicht allein eine phantastische Philosophie, sondern auch seine Hhöretische Religion entsteht. Daher ist es das Heilsamste, wenn dem Glauhen mit nüchter- inem Geistennur das gegeben wird, was des Glaubens ist. NachBacon's Meinung, und wir haben geschen, dass dieselbenin seinen Prinoipien begründet war, kann das Unternehmen derer nur zH einer werderblichen Verwirtung führen, welche einen eben solchen Hhoebund

5 UnTIBSi 1 98 a

1) X. O. 1, 70; 82. 2) Imp. philos. p. 378. 3) De augm. III, 4. 4) N. 0. 1, 96. 5) Impet.