Aufsatz 
Franz Bacon's Standpunkt und Methode / von Polack
Entstehung
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ziehung von so viel negativen Instanzen, als hinreichen, auf Grund positiver, bejahender

Thatsachen aus dem Einzelnen so allgemein und nothwendig schliesset, dass man be- weisen kann, es könne kein widersprechender Fall mehr gefunden werden. Nur allein Plato hat sich einigermassen dieser Form der Induction zur Erzeugung seiner Definitionen und lIdeen bedient. Die anderen gebrauchen ein paar Beispiele und einzelne Thatsachen gleichsam als Lictoren, um die Menge der übrigen auf die Seite zu schieben und ihren Meinungen den Weg zu cröffnen, keineswegs aber ziehen sie dieselben von Anfang an so zu. Rathe, dass eine gesetzmässige und reifliche Erwügung der Wahrbeit erfolgen kann. Zur Ausführung unserer wahren und gesetzmässigen Induction aber müssen Mittel in Anwen- dung gebracht werdes, welche bis jetzt noch in keines Sterblichen Gedanken gekommen sind, so dass eine weit grössere Arbeit auf sie zu verwenden ist, als bis jetzt auf den Syllogismus verwendet worden ist; in ihr, die mit mühevoller und treuer Arbeit die Stime- men der Dinge sammelt und dem Verstande überbringt, liegt daun aber auch unsere grösste Hoffnung. Auch einen ganz verschiedenen Zweck endlich und eine ganz andere Aufgabe verfolgt die induclive Logik, als die gewöhnliche: diese sucht Verstandesbeweise, jene That- beweise; diese blosse Consequenz nach Principien, jene die wirklichen Principion selbst; diese Resultate für den Beifall und den Glauben, jene Resultate für das werkthätige Leben; hier wird ein Gegner durch das Wort, dort die Natur durch das Werk. und Experimeni besiegt. ¹) Im Hinblick auf diesen durchgreifenden Unterschied erklärt Bacon: die Logik, wie sie jetzt missbraucht wird, dient mehr zur Befestigung der Irrihümer in den gewöhn- lichen Begriffen, als zur Erforschung der Wahrheit, so dass sie mehr Schaden als Nutzen bringt. 2) Sie hat ihre Kraft in unbewiesenen Voraussetzungen; sie bewegt sich nicht in den Dingen, sondern in den einmal geltenden, abstracten Vorstellungen; mit ihr kann man vielleicht die Einkünfte des vorhandenen Wissens vermehren, aber ihrem Grundbesitz und Kapital nichts hinzufügen: ³) kurz sie ist die eigentliche Methode jener Weltbetrachtung, die Bacon, weil sie mit verwegener Voreiligkeit zu Stande gebracht wird und auf vorge- fassten, abstrakten Meinungen beruht, anticipatio naturae nennt.) Und doch ist die Well nicht einzuzwängen in die engen Grenzen des menschlichen Verstandes, sondern dieser ist zu erweitern und auszudehnen, damit er das wahre Bild der Welt, so wie es gefunden

wird, in sich aufnehme. 5) Die Anticipationen setzen an die Stelle der Ideen des göttlichen

Geistes die Idole des menschlichen, eitle Meinungen an die Stelle der Signaturen, welche den wirklichen Kreaturen eingeprägt sind;) für sie genügt die Consequenz, um den Bei= fall der Menschen zu erhalten, und wenn es die Consequenz des Unsinns ware, wofern nur alle darin übereinstimmten. S0 lange sie herrschend sind und die Grundirrthümer, wie die Aerzte reden, in der ersten Verdauung des Geistes liegen, heilet kein späteres, noch s vortreffliches Mittel die Gebrechen der Wissenschafl. Die anticipatio naturae ist der grade gensatz und das mächtige Hinderniss der interpretatio naturae oder jener Naturbetrach- tunge welche auf gobührende Weise den Dingen entlockt wird.?) Denn in der Wissen- schaft wird der Geist den Dingen zu eigen gegeben; nur in der Poesie löst er sich von dem Bande derselben, schweifet ab und erdichtet, was er will. 8) Den Charakter einer anticipatio tragen im Sinne Bacon's alle Annahmen in Bezug auf die Natur an sich; fün welche es keine demonstratio per artem, keine experimentale und naohi- den genauen Vorschriftén der Inductionsmethode nothwendige Begründung gibtl

11) lmp. phil. p. 234; ingt. mogn, distt, p. 4.0: N. 0. 1) 1043 105 de augm N* 23, cögit. et via bee. p. 147 2) N. O. 1, 17. 6 Sn L. p. 46. 4) N. 0. 1. 26. 15. I. 2 4. 6) R 65 mM 26183 6) Hetenipe. 1. inteli. p. 86. Weetes