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Wie ſich der Lehrer einem übermäßigen Ausfragen gegenüber zweckmäßig verhält, davon iſt bereits weiter oben die Rede geweſen.
Weiß der Lehrer von vornherein das Intereſſe der Schüler hin⸗ zulenken auf das, was er zu zeigen ſich vorgenommen hat— mit einigem Geſchick iſt dies gar keine ſchwierige Sache,— dann werden die läſtigen und durchaus unnützen Fragereien ganz von ſelbſt unterbleiben.
Übrigens iſt es gar kein Unglück, wenn der Lehrer gelegentlich die eine oder andere Frage nicht zu beantworten vermag, und wenn er dies offen und ehrlich— ohne jede Bemäntelung— den Schülern gegenüber auch bekennt. Jeder Schüler, der draußen in der freien NRatur die ungeheure Mannigfaltigkeit der Er⸗ ſcheinungen ſelbſt vor Augen hat, wird und muß in ganz kurzer Zeit einſehen, daß es für den einzelnen, und ſei er auch noch ſo bewandert auf dem Gebiete der Raturwiſſenſchaften, ganz unmöglich iſt, auf alles, was eintreten kann, gefaßt zu ſein und unter allen Umſtänden das Kichtige zu treffen.—
Richt unberechtigt iſt es, wenn als Grund zum Verzicht auf die Exkurſionen die ungünſtige Lage der Anſtalt angeführt wird.
Es kann nicht beſtritten werden, daß beſonders in großen Städten ſelbſt bei Benutzung der modernen VDerkehrsmittel eine Erteilung naturgeſchichtlichen Unterrichts im Freien in Sorm einer einzelnen Unterrichtsſtunde nicht in Frage kommen kann. In einem ſolchen Falle müſſen dann freilich die Schulgärten als das zur Zeit beſte und zweckmäßigſte Erſatzmittel der RNatur ange⸗ ſprochen werden.
Noch mehr zu empfehlen wäre es allerdings, wenn— wie am hieſigen Seminar oder im„Päd. Rurſus“— ein Rachmittag in jeder Woche für die usführung biologiſcher Exkurſionen zur Verfügung geſtellt werden könnte.
Zu verſtehen iſt es auch, wenn mancher durch eine allzugroße Schülerzahl von der Kusführung von Exkurſionen zurückgehalten wird.
Ich ſelbſt hatte einmal, wie in der Einleitung bereits bemerkt, 52 Schüler aus den mittleren Klaſſen auf einer freiwil⸗ ligen Exkurſion vereinigt. Es war dies die größte Zahl, die mir je in meiner praxis vorgekommen iſt. Im„Päd. Kurſus“ waren es zwei Jahre hinter einander je 40 Abiturienten, die ich regelmäßig einmal wöchentlich im Freien zu unterweiſen hatte.


