Aufsatz 
Biologische Exkursionen
Entstehung
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der Felswand: Die rechte hälfte der Wand erweiſt ſich als hart und widerſtandsfähig, von der linken hälfte dagegen bröckelt auch bei mäßigem Klopfen das Geſtein in großen Partien ab. Es iſt ſo mürbe, daß es ſich mit den händen leicht völlig zerkrümmeln läßt.

In ganz kurzer Zeit gelingt es uns, eine etwa armdicke Wurzel bloßzulegen und etwa 2 m weit abwärts durch das Geſtein hindurch zu verfolgen. Es iſt die Pfahlwurzel einer der beiden KRiefern, die wir zu Tage gefördert haben, und im weiteren Verlauf der Unter⸗ ſuchung erſcheinen auch zahlreiche, mit Faſerwürzelchen z. T. dicht beſetzte Seitenwurzeln, die den SFelſen nach den verſchiedenſten Rich⸗ tungen hin durchziehen. Da der Granit gerade nur ſoweit zermürbt iſt, als das in ihm ſich ausbreitende Wurzelwerk reicht, ſo können wir uns der Anſicht nicht verſchließen, daß die Zerſetzung des Felſens zum großen Teil der Tätigkeit der Kiefernwurzeln zuzuſchreiben iſt.

Ruf Grund dieſer Befunde vermögen wir uns nunmehr ungefähr ein Bild von dem Lebensſchickſal der beiden Uiefern zu ent⸗ werfen:

Nur zwei von den vielleicht zahlreichen Kiefernſamen, die einſt vom Winde auf den oberflächlich verwitterten, wohl mit einer dünnen humusſchicht bedeckten Granitfelſen getragen worden waren, ſind hier zur Entwicklung gelangt.

Die beiden jungen Pflänzchen hatten das Glück, Riſſe und Spalten in dem Geſtein vorzufinden, in welche ihre Würzelchen einzudringen vermochten. Den vorwärtsſtrebenden Wurzeln wurden ſodann durch von ihnen ausgeſchiedene Säuren, welche angriffliche Beſtandteile des Geſteins auflöſten, immer neue Gebiete erſchloſſen. Durch die gewaltigen mechaniſchen Kräfte, welche beim Dickenwachs⸗ tum der Wurzeln zur Geltung kommen, wurden die in ihrem Gefüge bereits gelockerten Geſteinsteile immer mehr aus⸗ einander geſchoben, und ſo iſt es ſchließlich nach jahrelangem, hartem Ringen mit den ungünſtigſten Verhältniſſen den beiden Kiefern gelungen, den Felſen ſo umzuarbeiten, daß einem gedeihlichen Fortkommen kein hindernis mehr im Wege ſtand.

5. Von Vertretern der höheren Tierwelt kam uns auf unſerem Gange zunächſt eine Schwarzamſel(Turdus merula) zu Geſicht, und zwar ein Männchen mit tief ſchwarzem Gefieder und leuchtend gelbem Schnabel. Wir ſahen ihm eine Zeitlang zu, wie es einen ziemlich langen Regenwurm bearbeitete.