Aufsatz 
Biologische Exkursionen
Entstehung
Einzelbild herunterladen

worden waren und das eſt verlaſſen hatten. Ihre heiſeren Schreie nach Futter hörte man bereits vor Einbruch der Dämmerung, ſodaß der Kufenthaltsort leicht feſtgeſtellt werden konnte. Durch einen wohl gezielten Wurf gelang es mir, eines der Jungen zum Ab⸗ ſtreichen von dem Uſte, auf dem es ſaß, zu veranlaſſen. Es flat⸗ terte dabei zur Erde und konnte hier allerdings nur unter großen Vorſichtsmaßregeln ergriffen werden.

Das Tierchen wurde den Schülerinnen im Seminar vorgeführt, und alle hatten hier reichlich Gelegenheit, ſein Benehmen zu ſtudieren. Das Fauchen und Schnabelknappen, das Lüften der Flügel, das plötzliche hervorſchießen aus einer dunklen Ecke und das Vorſtrecken der Fänge, wenn eine hand ſich näherte, das alles er⸗ regte in hohem Maße unſer Intereſſe.

Nicht unerwähnt möge bleiben, daß die Waldohreule nach meinen Beobachtungen gar nicht ſelten in der unmittelbaren Umgebung unſerer Stadt anzutreffen iſt. Ihr ziemlich leiſes und einförmiges huh... Hhuh... Huh kann man bei mildem Wetter bereits im Februar in den Kiefernwäldern vernehmen, während ſie eigentüm⸗ lich gellende, durchdringende Schreie faſt das ganze Jahr hindurch ſelbſt in klaren Winternächten hören läßt.

Daß übrigens die Waldohreule unter Umſtänden ſogar in Erd⸗ löchern niſtet, dürfte nicht allzuhäufig vorkommen. Im Frühjahr 1911 beobachtete ich halbflügge Junge in einem verlaſſenen Raninchenbau, denen die lten eifrig Futter zutrugen. Die Jungen erſchienen jedesmal am Eingang der höhle, machten aber ſchleunigſt kehrt, ſobald auch nur der geringſte Warnungsruf von ſeiten der Alten ertönte.

Exkurſion der III. Rlaſſe am 26. Kpril 1911.

1. Wir begeben uns zunächſt durch die bereits erwähnte Kaſtanienallee nach einer Radelholzdickung.

Drei Nadelholzarten ſind es, die wir hier vertreten finden: Weymouthskiefern, Sandkiefern und Weißtannen. Letztere bilden auf einer Seite die Einfaſſung des Dickichts.

Zuerſt lernen die Schülerinnen die Kiefern von den Tannen unter⸗ ſcheiden. Sie finden durch eigene Beobachtung heraus, daß die

Nadeln der Kiefern ſtets zu fünfen bez. zu zweien beiſammen 3