ſtehen, und zwar auf einer kleinen Erhebung am 3weige, die als Kurztrieb bezeichnet wird. Bei den Tannen bemerken ſie der⸗ artige Kurztriebe nicht: hier ſind vielmehr die Nadeln an den Zweigen direkt angewachſen, auch ſtehen ſie einzeln, und zwar zerſtreut um den ganzen Zweig herum. Letztere Erkenntnis wird allerdings erſt auf Grund genauerer Unterſuchung gewonnen, welche lehrt, daß die ſcheinbar zweizeilige Knordnung nur dadurch zu ſtande gekommen iſt, daß einzelne, beſonders auf der Unterſeite der Zweige angewachſene Nadeln Drehungen ausgeführt haben, um ſich eine möglichſt günſtige Lichtlage zu ſichern.
Bei Betrachtung der Unterſeite der ziemlich breiten Nadeln fallen ſofort die beiden parallel verlaufenden Wachsſtreifen auf, die durch ihre weiße Färbung weithin ſichtbar ſind. Da ſie von Waſſer nicht benetzt werden, ſo betrachten wir ſie als wichtige Schutzmittel gegen eine Verſtopfung der in ihnen verborgen liegenden Spaltöffnungen durch Regen oder Tau.
Einer eingehenden Betrachtung unterziehen wir die jungen Triebe der gemeinen Kiefer, die allenthalben an den Enden der 5weige zu finden ſind.
n der Außenſeite dieſer Triebe bemerken wir zahlreiche häutige, durch hHarzausſcheidungen teilweiſe noch miteinander verklebte Blättchen von rötlicher Färbung. Beim Loslöſen dieſer Gebilde zeigt es ſich, daß in ihren Kchſeln je ein von einer weißen, häutigen hülle umgebenes Nadelpaar entſpringt. Sämtliche Nadelpaare liegen einer überaus zarten, ſaftreichen Kchſe, die wir als Lang⸗ trieb bezeichnen, dicht an.
Die roten, häutigen Blättchen betrachten wir ebenſo wie die oben erwähnten häutigen Scheiden als wichtige Schutzmittel gegen allzu⸗ ſtarke Verdunſtung, die dem Langtriebe bez. den zarten Nadeln gefährlich werden könnte. In den harzausſcheidungen erblicken wir— wie bei den RUnoſpen der Roßkaſtanie— ein vorzügliches Mittel, den Trieb gegen verderbliche Räſſe zu ſchützen.
kinlich wie bei der Kiefer zeigten ſich auch bei den Weißtannen die jungen, ſaftigen Triebe von rotbraunen Schuppenblättchen umhüllt. Sie ſaßen in einzelnen Sällen der Triebſpitze wie ein Räppchen auf, das ſich leicht abheben ließ.
Bei der genaueren Beſichtigung der Weißtannen ſind einigen Schülerinnen ſchwarze Flecken aufgefallen, beſonders auf den oberſten Zweigen mit Einſchluß der Gipfeltriebe.


