Aufsatz 
Biologische Exkursionen
Entstehung
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Geruch der Blüten ſagt uns, daß die Pflanze auf Inſektenbeſuch rechnet, und in der Tat laſſen ſich auch einige Bienen und hum⸗ meln beobachten, die ungeachtet der trüben, kalten Witterung eifrig damit beſchäftigt ſind, Rektar und Blütenſtaub einzuſammeln.

Sodann überzeugen ſich die Schülerinnen von dem überaus ſauren Geſchmack der Blätter und jungen Triebe, indem ſie dieſe Teile der pflanze zerkauen. Sie lernen auf dieſe Weiſe ein neues Schutz⸗ mittel gegen Tierfraß kennen, das in der pflanzenwelt weit verbreitet iſt. Kuch die großen, dreiteiligen, ſpitzen Dornen be⸗ trachten wir als ein wichtiges Mittel unſeres Strauches, tieriſche Feinde abzuwehren. Die noch grünen, ſaftigen und ziemlich breiten Dornen an den diesjährigen Trieben laſſen deutlich erkennen, daß wir ſie als umgewandelte Laubblätter anzuſehen haben, die, wie an älteren Zweigen zu beobachten iſt, ſpäter verholzen.

Die Klaſſe wird ſchließlich noch aufmerkſam gemacht auf die zahlreichen gelbroten Slecken, die ſich beſonders auf der Unterſeite der Blätter zeigen, ohne daß jetzt auf ihre Bedeutung näher ein⸗ gegangen würde. Wir merken uns jedoch den Standort der Berbe⸗ ritze ganz genau, da wir im Laufe der Zeit von ihr noch gar man⸗ cherlei erfahren wollen.

7. Am Waldſaum ſowohl wie auch unter den hecken bemerken wir in geradezu erſtaunlicher Zahl das kleine Springkraut(m⸗ patiens parvum). Manche pflänzchen befinden ſich, obwohl ſie be⸗ reits eine beträchtliche höhe erreicht haben, noch im Beſitz der beiden Keimblätter, die allerdings meiſt zuſammengeſchrumpft ſind und wie vergilbt erſcheinen. Dieſe Beobachtung führt dazu, die Bedeutung der Reimblätter für das Leben der Pflanze zu wiederholen und dabei an die im Unterrichte an der hand von Verſuchen genau ſtudierten Keimungserſcheinungen der Bohne zu erinnern, welch letztere wir zum Cypus der zweikeimblättrigen pflanzen erhoben hatten.

Beim Ausziehen einzelner Springkrautpflanzen aus dem ſandigen Boden fällt das reich verzweigte, büſchelige Wurzelwerk auf. Wir erſehen hieraus, wie vortrefflich es die Pflanze verſteht, den dürftigen Boden für ihre Swecke auszunutzen. Und doch lehrt die weitere Beobachtung, daß, obwohl ſie auf demſelben Boden ſtehen, nicht alle Exemplare in gleicher Weiſe gedeihen. Am Rande der hecken finden wir die größten und kräftigſten Pflanzen, tief im Innern eines dicht belaubten Buchengebüſches dagegen, wo es an Licht,