Aufsatz 
Biologische Exkursionen
Entstehung
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wurz zurück, die mit einem gleichfalls übriggebliebenen Exemplar des Sichelklees im Zuſammenhang zu ſtehen ſcheinen. Letzeres wird zur Gewißheit, nachdem das Wurzelwerk des Klees von dem noch an⸗ haftenden Sande befreit iſt. Deutlich iſt zu ſehen, wie die Sommer⸗ wurz mit hilfe kleiner Saugwürzelchen auf einer ziemlich dünnen Wurzel des Sichelklees feſtgewachſen iſt. Wir wiſſen jetzt, daß wir es in der Sommerwurz mit einem Schmarotzer zu tun haben, der im Gegenſatz zu den Stammparaſiten(Seide, Miſtel) ſeine Nah⸗ rung den Wurzeln blattgrünhaltiger Pflanzen entnimmt.

Nach kurzer Betrachtung der Blüten und nach Feſtſtellung der Zugehörigkeit der Sommerwurz zur Familie der Rachenblütler wenden wir uns einem dem Riefernhochwalde benachbarten Sandhügel zu.

18. Kratzdiſteln(Cirsium), Bergzieſt(Stachys recta), Quecken und zahlreiche andere Gräſer ſtehen hier bunt durcheinander. Vor allem aber ſind es die in unſerer ſandigen Gegend ſo häufig vor⸗ kommenden Nachtkerzen(Onothera biennis), mit denen wir uns heute zunächſt beſchäftigen wollen.

Dort am Rande des hügels ſteht ein beſonders ſchönes Exem⸗ plar, das ſeinen reichlich mit Blütenknoſpen beſetzten Stengel bereits zu anſehnlicher höhe aus der grundſtändigen Roſette emporgetrieben hat. Es läßt ſich unſchwer aus dem lockeren Boden herausziehen. Zu unſerem großen Erſtaunen kommt eine etwa meterlange, ſehr ſaftige Pfahlwurzel zum Vorſchein, die mit zahlreichen Faſerwürzel⸗ chen dicht beſetzt iſt. Wir ſehen ein, daß es bei derartigen Bewurze⸗ lungsverhältniſſen für die pflanze ein leichtes ſein muß, ſtets auch während der trockenen Jahreszeit die zum Gedeihen er⸗ forderlichen Waſſermengen dem Boden zu entziehen.

Bei dem nur in geringer Zahl vertretenen Stachellattich (Lactuca scariola) intereſſiert uns hauptſächlich die Blattſtellung. Wir bemerken, daß die ſenkrecht ſtehenden Blätter faſt alle genau von Rorden nach Süden gerichtet ſind. Da infolgedeſſen die Sonnenſtrahlen zur Mittagszeit, wenn ſie ihre größte Kraft ent⸗ falten, an den Blattflächen vorbeigleiten, ſo erſcheint uns die ganze Anordnung der Blätter als ein zweckmäßiges Mittel, die Pflanze vor einem allzugroßen Waſſerverluſt durch die Tranſpiration zu bewahren.

Über andere Mittel, die Verdunſtung herabzudrücken, verfügt der in der Nähe ſtehende echte Steinklee(Melilotus officinalis): durch den ſparrigen Wuchs, die Verholzung der 5weige und die geringe Ausbildung der Blätter gibt er ſich uns als Trockenland⸗ pflanze zu erkennen. Den ſtarken Waldmeiſterduft, der von allen