treu(Veronica chamädris). Die kreuzweiſe gegenſtändige Anord⸗ nung der Blätter erinnert uns an die analoge Blattſtellung bei der weißen Taubneſſel. Wir erkennen hierin das Streben der pflanze nach möglichſt vorteilhafter Ausnützung der ihr zur Verfügung ſtehenden Lichtmenge. n den ſchönen blauen Blüten fallen die beiden langen Staubgefäße auf, ſowie die„Saftmale“, die alleſamt nach der kurzen Röhre hin verlaufen. Bei der Betrachtung einzelner Exemplare, die gegen den hellen himmel gehalten werden, gewahren wir deutlich die beiden haarleiſten, die am Stengel herablaufen. Sie ſind uns ein wichtiges äußeres Merkmal, durch welches ſich der Gamander⸗Ehrenpreis von anderen ähnlich blühenden rten leicht unterſcheiden läßt.
Bei einer Anzahl nicht blühender Pflänzchen entdecken wir am oberen Ende des Stengels eigentümliche, filzige Blattknäuel. Es wird lediglich mitgeteilt, daß wir dieſe Gebilde Gallen nennen, und daß ſie durch die Tätigkeit von Milben hervorgerufen worden ſind.
17. Beim Eintritt in den Kiefernhochwald fällt unſer Blick un⸗ willkürlich auf eine Anzahl von pflanzen, die ſich gruppenweiſe zwiſchen dem ewigen Rlee und dem Sichelklee angeſiedelt haben. Das gelbliche Ausſehen der Stengel und Blüten, ganz beſonders aber das Fehlen grüner Blätter, erregt unſere Aufmerkſamkeit. Da die blattgrünloſe Pflanze— es handelt ſich um die gelbrote Sommerwurz(Orobanche rubens)— nicht zu aſſimilieren vermag, ſo ſtellen wir zunächſt die Frage nach der herkunft der zum Aufbau ihres Körpers nötigen Stoffe.
Ich grabe eine Gruppe von ungefähr 6 Exemplaren mitſamt den dazwiſchen ſtehenden Gräſern und Kleearten vorſichtig aus, ſo daß ſich ſchließlich ein ziemlich umfangreicher Erdballen von einem nicht unerheblichen Gewicht in meiner hand befindet. Die Klaſſe hat ſich im halbkreiſe aufgeſtellt und verfolgt mit geſpannter Aufmerkſamkeit das Weitere. Ziemlich leicht läßt ſich die halb verwitterte Nadelſtreu entfernen, ſodann folgen einige Gräſer mit ihren Wurzelballen. Beim weiteren Vordringen kommen die z. T. verfaulten Überreſte der vor⸗ jährigen Generation der Sommerwurz zum Vorſchein. Das Ferteilen dieſer Überreſte hat zur Solge, daß einige diesjährige Exemplare zu Boden fallen, ein Zeichen, daß eine etwas größere Vorſicht am Platze iſt. Schließlich ſind die den Überblick ſtörenden Reſte gänzlich entfernt, und es bleiben in meiner hand nur noch zwei Exemplare der Sommer⸗


