gelb blühenden Art gekommen iſt, oder umgekehrt. Aus dem auf dieſe Weiſe entſtandenen Samen ſind dann pPflanzen hervorgegangen, welche die typiſchen Merkmale beider„Eltern“ in ſich vereinigten. Es hat ſich ſchließlich eine ſelbſtändige Art gebildet, die Sand⸗ luzerne(Medicago media), ein ſog. Baſtard zwiſchen den oben erwähnten Nrten.
15. Wir begeben uns jetzt zu einem Wieſenrain, der mit Seld⸗ ahorn, hartriegel, Pfaffenhütchen und anderen Sträuchern dicht be⸗ ſtanden iſt. Unter den hecken iſt der wilde hopfen(Humulus lupulus) groß geworden, und am Rande des Gebüſches haben ſich zahlreiche Brenneſſeln(Urtica dioica) angeſiedelt.
Bei dem hHopfen wird zunächſt die Tatſache des Windens feſt⸗ geſtellt, ohne daß auf dieſer Stufe auf die inneren Urſachen dieſer Erſcheinung näher eingegangen würde, Rur ſoviel muß den Schüle⸗ rinnen klar ſein, daß die ſchwachſtengelige Pflanze mit dem Winden den Zweck verfolgt, ihre Blätter und Blüten aus dem dunklen Ge⸗ büſch heraus zu Luft und Licht emporzutragen.
Kuf die Kufforderung hin, die Hopfen⸗ und Brenneſſelſtengel recht genau anzuſehen, wird alsbald die Mitteilung gemacht, daß die Stengel einer großen Anzahl beider Pflanzen wie von dünnen Säden umwunden ſeien. Dieſe dünnen Säden, die in gewiſſen Abſtänden zu Rnäueln vereinigte Blütchen tragen, werden nunmehr genauer unter⸗ ſucht. Vergebens bemühen wir uns, einen Zuſammenhang zwiſchen den Säden und dem Erdboden feſtzuſtellen. Die ganze Schlingpflanze beſteht lediglich aus einem dünnen Stengel und aus Blüten; Blätter und Wurzeln fehlen. Somit wird es klar, daß wir hier einen Schmarotzer vor uns haben, der die von ihm befallenen Pflanzen ausſaugt. Beim Verſuche, die Windungen von den Stengeln der Wirtspflanzen loszulöſen, beobachten wir kleine Kuswüchſe, mit deren hilfe ſich die Schmarotzerpflanze derart feſt verankert hat, daß bei der gewaltſamen Trennung Teile der hopfenſtengel mit abgeriſſen werden. Ühnlich wie bei der bereits bekannten Miſtel erblicken wir in den Auswüchſen die Organe(Haustorien), welche dazu dienen, die flüſſige Nahrung dem Rörper der Wirtspflanze zu entnehmen. Der Schmarotzer wird als hopfenſeide(Cuscuta europaea) namhaft gemacht, und auch ſeine nächſten Verwandten, Kleeſeide und Flachsſeide, werden kurz beſprochen.
16. Eine Böſchung am Waldrande iſt über und über beſetzt von dem in voller Blüte ſtehenden Gamander⸗Ehrenpreis oder Männer⸗


