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8. 3u eingehenderen Erörterungen gibt dagegen die Quecke (Agropyrum repens) Veranlaſſung, die wir in beträchtlicher Zahl an einem Zaune antreffen. Bei Betrachtung des Blütenſtandes werden wir unwillkürlich an den Blütenſtand des engl. Ray⸗ graſes erinnert, doch ergibt die genauere Beobachtung, daß die einzelnen kihrchen alleſamt der hauptachſe die Breitſeite zukehren. hiermit haben wir einen fundamentalen äußeren, leicht zu merken⸗ den Unterſchied zwiſchen der Quecke und den Lolcharten feſtgeſtellt.
Die im Winde hin⸗ und herpendelnden Staubgefäße einzelner Blüt⸗ chen geben DVeranlaſſung zur Wiederholung der Beſtäubungs⸗ verhältniſſe der Gräſer mit beſonderer Berückſichtigung des bei der Durchnahme des Roggens Beſprochenen.
An einem vorſichtig ausgegrabenen Exemplar beobachten wir ſo⸗ dann die überaus zahlreichen, weit verzweigten Ausläufer. Es fällt auf, daß ſogar der harte Feldweg von einigen Kusläufern durchbrochen iſt, und dieſe Beobachtung führt zu einer eingehenderen Unterſuchung der Triebſpitzen. Dieſe kegelförmigen Gebilde zeigen ſich umhüllt von ſehr harten, ſchuppenförmigen Blättern, die in eine ſcharfe Spitze auslaufen, ſo daß es den Trieben ein leichtes iſt, hinderniſſe— harten Boden, angefaultes hHolz, Kartoffelknollen—, die ſich dem Wachs— tum entgegenſtellen, glatt zu durchbohren. Aus dieſer„rückſichts⸗ loſen“ Ausbreitung der Quecke ergibt ſich für uns ohne weiteres ihre große Schädlichkeit: ſie entzieht den Kulturgewächſen die Nahrung und läßt in kurzer Zeit den ohnedies dürftigen Sandboden völlig verarmen. Wir verſtehen es, daß der Landwirt die Quecke als eines der ſchlimmſten Unkräuter anſieht, das er mit allen Mitteln auszurotten beſtrebt iſt. Andererſeits verkennen wir auch nicht, daß unſere Pflanze, gerade infolge der eigenartigen Wachs⸗ tumsverhältniſſe, an anderen Orten ſich dadurch als nützlich erweiſt, daß ſie durch Befeſtigung von Flugſandgelände mit dazu bei⸗ trägt, Kulturboden vor Verſandung zu ſchützen.
9. Einige ährengräſer, die wir alsbald am Rande eines Kornackers entdecken, werden ohne weiteres als Quecken ange⸗ ſprochen. Die genauere Betrachtung der Stellung der ährchen— die Schmalſeite iſt der hauptachſe zugekehrt— läßt jedoch keinen Sweifel darüber aufkomman, daß wir es mit einem„Lolch“ zu tun haben, und zwar mit dem unter dem Getreide zuweilen recht häufig vorkommenden Taumellolch(Lolium temulentum). Bei manchen Exemplaren iſt die äußerliche Übereinſtimmung mit der Quecke ſo


