licher Menge vorhandenes Gras unſere Kufmerkſamkeit durch ſeine haferähnlichen, vorn überhängenden Riſpen und durch die langen Grannen ſeiner Blütchen. Es iſt die taube Treſpe(Bromus sterilis). Beſonders auffallend erſcheint die blutrote Färbung einer ganzen Anzahl von Exemplaren, die einer Gruppe angehören, welche der Sonnenglut ſchutzlos preisgegeben iſt. Eine andere Gruppe, welche ihren Standort an einem Gartenzaun in der Rähe ſchatten⸗ ſpendender Bäume hat, läßt die Rotfärbung vermiſſen. Auf die Vermutung einer Schülerin hin, die roten pflanzen ſeien wohl in⸗ folge der Einwirkung der Sonnenhitze verdorrt, ſchreiten wir zur genaueren Unterſuchung. Es zeigt ſich alsbald, daß die rot über⸗ laufenen Exemplare ebenſo friſch und ſaftig ſind, wie die grünen, und es wird auch bemerkt, daß beim Abſchaben der roten, oberfläch⸗ lichen Schicht das Blattgrün zu Tage tritt. Aus der Vergleichung der beiden erwähnten Standorte ergibt ſich die Wahrſcheinlichkeit, daß die Ausbildung des roten Sarbſtoffes mit der Stärke der Be⸗ ſonnung bez. Belichtung zuſammenhängt. Räheres wird über dieſen Farbſtoff jetzt noch nicht mitgeteilt.“ Den Schülerinnen wird jedoch aufgegeben, auf ihren eigenen Gängen auf das Vorkommen der Rotfärbung auch bei anderen Pflanzen zu achten und die beſonderen Umſtände dieſes Vorkommens ſich zu merken. Später ſoll dann, wenn hinreichend Beobachtungsmaterial vorliegt, auf die mutmaß⸗ liche Bedeutung dieſer Erſcheinung für das Leben der pflanzen ein⸗ gegangen werden.
5. Eines unſerer beſten Futtergräſer, das Wieſenlieſchgras oder Cimotheusgras(Phleum pratense) iſt nur in geringer Zahl vertreten, da ihm der Boden offenbar nicht zuſagt. Als wichtiges Erkennungszeichen merken wir uns die Form des Blütenſtandes, die ſich mit derjenigen eines Zylinderputzers am beſten vergleichen läßt.
6. In erheblicher Menge tritt uns das horſtbildende Unäuel⸗ gras(Dactylis glomerata) entgegen. Wir erkennen es leicht an der einſeitswendigen Riſpe, die aus dicht zuſammengehäuften kihrchen beſteht.
7. Nicht minder zahlreich erſcheint in unſerm Beobachtungsgebiet — allerdings mehr auf beſtimmte Stellen zuſammengedrängt— die weichhaarige Treſpe(Bromus mollis). Die Betrachtung be⸗ ſchränkt ſich hier darauf, feſtzuſtellen, inwiefern die Pflanze ihren Namen mit Recht führt.


