Aufsatz 
Biologische Exkursionen
Entstehung
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3. Wir lenken jetzt unſere Blicke auf ein Gras, das zwar, was die Ausbildung des Blütenſtandes anlangt, weniger hervortritt als die Mäuſegerſte, umſomehr jedoch durch die Bildung dichter und lückenloſer, weit ausgedehnter Raſenflächen. Der Name es handelt ſich um das engliſche Rangras(Lolium perenne) iſt nicht bekannt, und nur ganz wenige wiſſen etwas von der Ver⸗ wendung dieſes Graſes zur herſtellung von Zier⸗ und Bleichraſen.

Ich ziehe einen ziemlich umfangreichen Grasbüſchel mit einiger Anſtrengung aus dem Boden heraus, befreie durch kräftiges Schütteln das Wurzelwerk von dem anhaftenden Sand und laſſe ſodann die einzelnen Schülerinnen nacheinander zum 3wecke genauerer Be⸗ trachtung herantreten. Dreierlei iſt es, was auffällt: das reich verzweigte Wurzelwerk, die zahlreichen Kusläufer ſowie der Um⸗ ſtand, daß eine nicht unerhebliche Menge Sand trotz des kräf⸗ tigen Schüttelns zwiſchen den Wurzeln hängen geblieben iſt. Die reichliche Bewurzelung wird in Erinnerung an das bei Durchnahme des Roggens Beſprochene in Beziehung zum Standort geſetzt. Die Kusläuferbildung erſcheint uns als ein vorzügliches Mittel der Pflanze, ſich weiter auszubreiten und ſchließlich dichte Raſen zu bilden, welche vor allem geeignet ſind, die Bodenfeuchtigkeit längere Zeit zurück⸗ zuhalten. Es wird auch daran erinnert, daß gar manche pflanzen, die den Gräſern Nahrung, Luft und Licht ſtreitig machen könnten, durch deren lückenloſes Zuſammenſchließen an der Entwicklung und Entfaltung gehindert werden. Bezüglich der dritten Beobachtung wird darauf aufmerkſam gemacht, daß die Wurzelhaare es wird dabei an die Reimungsverſuche erinnert infolge Kusſcheidung einer Flüſſigkeit die Fähigkeit beſitzen, überaus feſt mit den Boden⸗ teilchen zu verkleben. Zur Erklärung der Bedeutung dieſer Er⸗ ſcheinung genügt es mir anzuführen, daß durch die ausgeſchiedene Flüſſigkeit Mineralteilchen aufgelöſt werden, und daß dieſe Löſung durch die Wurzelhaare in den pflanzenkörper aufgenommen wird. . Bei der Betrachtung des Blütenſtandes ergibt ſich, daß an einer

hauptachſe eine große Zahl kleiner ährchen feſtgewachſen iſt. Wir ermitteln auf Grund genauer Unterſuchung, daß die einzelnen khrchen ohne Ausnahme der hauptachſe die Schmalſeite zukehren. Dieſe Feſtſtellung erſcheint wichtig, da ſie uns ein Mittel an die hand gibt, ähnlich ausſehende Gräſer von den Lolcharten leicht zu unter⸗ ſcheiden.

4. Auf einem nahegelegenen Gdlandſtreifen erregt ein in ziem⸗