11
tet werden, dass das Protoplasma ein polymorpher Kör- per ist, welcher gemäss seiner eigentümlichen Zusammensetzung bereits im Leben, ganz besonders aber im Tode nach Ein- wirkung von Fixierungsmitteln polymorphe Strukturen unbedingt liefern muss. Fischer bezweifelt durchaus nicht, dass gewisse Fixierungsmittel imstande sind, vitale Strukturen völlig naturgetreu zu konservieren, hebt aber doch hervor, dass in jedem Falle das ursprüngliche Bild mehr oder weniger verwischt werden muss, weil eben alle Fixierungsmittel die Eiweisskörper, welche im Protoplasma enthalten sind, ausfällen. i
Zu der Überzeugung, dass das Protoplasma polymorph sein muss, sind schon vor dem Auftreten Fischer’s eine ganze Anzahl von Gelehrten gekommen und zwar hauptsächlich auf Grund ihrer mikroskopischen Befunde während der karyokinetischen Vorgänge; einige von ihnen haben sogar diemannigfaltigen Leistungen des Lebensträgers in direkte Beziehung gesetzt zu seiner Polymorphie. Während sich aber diese Forscher gegenüber den Anfeindungen der Vertreter der monomorphisti- schen Richtung hauptsächlich nur auf ihre direkte mikroskopi- sche Wahrnehmung berufen konnten, kommt den Ausführungen Fischer’s insofern eine wesentlich höhere Bedeutung zu, als er die Notwendigkeit des Auftretens vitaler und postmortaler polymorpher Strukturen im Protoplasma experimentell begründet hat.
Man darf wohl behaupten, dass durch die Ergebnisse der Untersuchungen Fischer’s den monomorphistischen Theorien, auch der glanzvollen Schaumtheorie Bütschli’s, jede Existenzberechtigung entzogen worden ist. Damit sind auch die Versuche endgültig als gescheitert anzusehen, neue Elementar- organismen in Gestalt mikroskopisch-morphologischer Struktur- elemente einzuführen. Nichts steht im Wege, die Zelle auch heute noch als einzigen und wahren Elementar- organismus zu betrachten.
Nicht nur in der Richtung der Kenntnis der allgemeinen
1


