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nur dann ſind ſie zu der Hoffnung berechtigt, durch ihren erziehlichen Einfluß charakterfeſte Menſchen zu erziehen. Wenn aber Eltern Ver⸗ gnügungen und Bequemlichkeit den freilich mühevollen Erziehungsge⸗ ſchäften vorziehen; wenn ſie in den wenigen Stunden des Zuſammen⸗ ſeins mit den Kindern kein Intereſſe für der Kinder Denk⸗ und Hand⸗ lungsweiſe, ſtatt deſſen oft Unfreundlichkeit zeigen; wenn Kinder ſchon frühe vermöge ihres Scharfblickes Schwächen, Leidenſchaften, Genuß⸗ ſucht an den Eltern entdecken: dann iſt es eine ganz natürliche Folge, daß Kinder gegen Eltern indifferent werden, ja, daß ſie zuletzt ſelbſt Gleichgültigkeit gegen das Moralgeſetz zeigen.
Die Erfahrung überzeugt uns von der Macht des Beiſpiels, wenn wir etwa daran zweifeln wollten. Abſichtslos wird oft der Menſch an Charakter gekräftigt im Umgange mit charakterfeſten Men⸗ ſchen. Wenn ſich dieſer Einfluß bei entwickelten Menſchen entſchieden geltend macht, um wie viel mehr bei zarten Kindern. Je jünger, je zarter das Kind iſt, deſto tiefer dringen die äußeren Eindrücke in das Innere deſſelben. Tief prägen ſich die guten Eindrücke ein; unver⸗ wüſtlich erhält ſich das eingeprägte Bild braver Eltern in dem Herzen der Kinder. Wie oft hat nicht das Charakterbild einer tugendhaften Mutter, eines wackeren, tüchtigen Vaters, den Sohn bei Verlockungen zum Böſen ſtandhaft, bei ſinkendem Muthe, bei Verzweiflung aufrecht erhalten!—
Was hat dem jüdiſchen Volke die Widerſtandskraft gegen Ver⸗ lockungen verliehen? Was hat es fähig gemacht, die ſchweren Leiden und Drangſale geduldig zu ertragen? Was hat es geſtählt, dem Ge⸗ ſetze trotz aller Verfolgung treu zu bleiben? Was hat den Märtyrern die unüberwindlich ſittliche Stärke verliehen, ihre Geſetzestreue mit dem Tode zu beſiegeln? Sicher haben die leuchtenden Beiſpiele der Ahnen keinen geringen Antheil daran gehabt, daß das Volk zu ſolcher Wundermacht gelangte!
Das Anſchauen der muſtergültigen, kräftigen Charaktere der Vor⸗ zeit, als auch das unmittelbare gute Beiſpiel der Umgebung iſt von der eingreifendſten Wirkung in der Erziehung zum kräftigen Wollen und Handeln. Das Gute und Edle, das in dem häuslichen Kreiſe gepflegt und geübt wird, weckt das Gefühl für dieſe Tugenden in des Kindes Gemüth und erregt Widerwillen gegen alles Gemeine.„Um⸗


