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Thätigkeit, zur Charakterfeſtigkeit zu erziehen ſein. Je mehr aber das Kind beharrlich iſt und nicht ſogleich von ſeiner Handlungsweiſe abgeht, nicht ſofort jedem fremden Urtheile beipflichtet, deſto leichter wird es ſich zur Charakterfeſtigkeit heranbilden laſſen. Jede vernünf⸗ tige Beharrlichkeit entwickelt ſich bei guter Erziehung zu Selbſtſtändig⸗ keit. Darum werde auch in ſpäteren Jahren jeder Vorſatz, deſſen Aus⸗ führung des Kindes Kräfte nicht überſteigt, gewiſſenhaft realiſirt.
Das unausgeſetzte Bemühen des Erziehers muß darauf gerichtet ſein, der Flüchtigkeit, die irgendwie in dem Kinde aufzukeimen droht, ſchon frühe energiſch entgegenzuwirken. Auf vernünftige Weiſe werden bei dem flüchtigen Kinde, das z. B. ſchnell des neuen Spielzeugs müde iſt, alle Mittel angewandt, der mannigfaltige Gebrauch des Spieles wiederholt gezeigt, um des Kindes frohe Thätigkeit dauernd dafür zu gewinnen. Durch lebhafte Anregung können wir das flüchtige Kind vor Ueberdruß und Unzufriedenheit, woran unſere Kinderwelt oft kränkelt, ſchützen.
Oft iſt auch Unzufriedenheit des Kindes eine Folge der Ueber⸗ häufung und Ueberfüllung der Spielſtuben. Des Kindes Sinn wird durch die Maſſe abgeſtumpft, es wird durch den Ueberfluß der er⸗ ſchöpfenden Betrachtung und des dauernden Gebrauches eines Spiel⸗ zeugs entwöhnt, wodurch gerade der Keim zur Flüchtigkeit gelegt wird. Das Kind mache nicht die ſich ſchwer rächende Erfahrung, daß es nur das ihm ſchnell überdrüſſig gewordene Spielzeug oder andere Dinge weinend zu verſchmähen brauche, um ſogleich andere, ſchönere und koſt⸗ barere Sachen an deren Stelle zu erblicken. Je ſparſamer man die Kinder mit Spielzeugen verſieht, deſto zufriedener, deſto thätiger, d. h. deſto fröhlicher ſpielend werden ſie ſein.
Durch vernünftige Conſequenz, welche wir als Haupterziehungs⸗ mittel zum Gehorſam erkannten, wird das Kind zur wahren Freiheit im Handeln erzogen; denn durch die einer falſchen Willensrichtung ent⸗ gegenzuſetzenden weiſen Schranken gewinnt das Kind endlich die Kraft, Meiſter ſeiner böſen Neigungen und nicht Sklave ſeiner Launen und Begierden zu werden.
Aber nicht dem gebieteriſchen, ja oft tyranniſchen Erzieher, der natürliche Verhältniſſe, Individualität außer Berechnung läßt und ſeine eigene Perſönlichkeit oft nur im Auge hat, gelingt es, das Kind zum


