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Man ſagt nur un zède(ſo ſchreibt die Acad. gegen ihre eigene Regel, Littré ſchreibt 26§d'). Wie wenig Feſtigkeit im Gebrauch herrſcht, iſt daraus zu erſehen, daß z. B. Brachet un s und une s, un h und une h manchmal auf derſelben Seite neben einander gebraucht.
110. Die Fremdwörter werden im Franzöſiſchen meiſt männlich gebraucht: le Smithsonian Institution. Regelmäßig geſchieht dies bei wiſſenſchaftlichen Namen: le nymphæa alba, un acacia, le dahlia, un hortepsia und ſo die meiſten(in der Botanik alle) Pflanzennamen auf a. Ebenſo un anaconda, le boa, le cobra; le tibia(Schienbein), le facies cadaverica(Hippocratiſche Geſicht).
Dieſes a als Endung für Masculina fällt uns auf, aber für den Franzoſen, welcher lateiniſches a im Auslaut zu e muet gemacht hat, iſt a rein männliche Endung.
111. Daß die Subſtantive auf-age männlich ſind, erklärt ſich daraus, daß ſie von theilweiſe barbariſch-lat.-aticum ſtammen: voyage von viaticum u. ſ. w. Die Feminina(außer den bei Plötz genannten finden ſich noch einige, aber kaum nennenswerthe) kommen von lateiniſchem Femininum: cavea, rabies, pagina, plaga, imaginem; nage iſt eigene Bildung von nager.
Bei den Subſtantiven auf-ège iſt ſelbſtverſtändlich la Norwège auszunehmen.
112. Die lateiniſchen Subſtantive auf-or männlichen Geſchlechts waren im Franzöſiſchen weiblich geworden. Später wollten die Grammatiker dieſe Wörter wieder dem Masculinum zuführen, und es entſtand ein Schwanken, aus welchem die meiſten dieſer Wörter ihr eigentlich franzöſiſches Geſchlecht retteten. Nur zwei auf-eur, nämlich honneur(ſowie déshonneur) und labeur traten in das männliche Geſchlecht über; über amour§ 113. Equateur, numérateur, dénominateur(Zähler und Nenner) ſind männlich, weil ſie erſt ſpäter gebildet wurden. Das aus dem Engliſchen übernommene humour (Humor, wofür humeur unbrauchbar war) iſt als Fremdwort männlich, findet ſich aber auch weiblich gebraucht: On ne sauve que les gens qu'on ne connait pas, répond Gabor avec cette apre humour qui n'abandonne jamais lord Byron.(Gautier.)
Bravoure mit e muet und fém, weil aus ital.⸗ſpan. bravura.— Nicht hierher gehörig ſind die Wörter auf ceur, welche nicht von Masculinen auf-or kommen: heur(augurium), bonheur(bonum a.), malheur(malum a.), cœur (cor n.), chœur(chorus), les pleurs(von plorare).
113. Amour ging aus dem oben erwähnten Schwanken mit doppeltem Geſchlecht hervor; nach⸗ dem lange der Gebrauch des einen wie des anderen Geſchlechts beliebig geweſen war(Spuren davon finden ſich noch in der heutigen Poeſie), betrachtete man den Singular als männlich, den Plural als weiblich.
Es wäre indeſſen nicht zu gewagt, wenn man auch den Plural(einzelne feſtſtehende Ausdrücke z. B. de folles amours ausgenommen) männlich gebraucht: La religion n'est pas un oiseau de proie; c'est une colombe compatissante qui plane doucement sur tous les rêves et tous les amours. (A. de Musset.) Il y a de certains amours dans la vie qui bouleversent la téte, les sens, l'esprit et le cœur.(Derſ.) L'imbroglio de ces mours mignons.(Poet. Stelle; Derſ.) Il n'y a que
deux amours puissants en ce monde, celui que j'ai pour vous... ou celui d'une mere pour son enfant.(Soulié.) Pourquoi tous ces amours insensés?(Scribe.) Ce jour... oM tant de charmes unis à tant de raison,... m'ont fait renoncer... à tous ces amours futiles.(Derſ.)
Ce plein regard de l'amour maternel, le plus violent et le plus fier de tous.(A. de Musset.) Pauvre Moliére! Toute cette comédie du Misanthrope est sa vie. Ce sont ses mours, ses amours, ses amitiés, qu'il a places là tout exprès pour en tirer la plus admirable comédie de mœurs qui eüt été entreprise par Molièere.(Janin.) Das letzte Beiſpiel iſt beſonders wichtig, weil amours das


