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Umgekehrt werden c und g vor hellen Vocalen gehärtet durch Einſchiebung eines u, wobei ſtatt cu meiſt qu geſchrieben wird. Die Verben, welche im Infinitiv das Zeichen der Härtung haben, be⸗ halten es durchaus: abdiquer, nous abdiquàmes(ſtatt-càmes); prodiguer, nous prodiguâmes(ſtatt
-games). Der Name cédille(kleines ²) rührt daher, daß zuerſt ein nachgeſetztes 2(c²), dann ein untergeſchriebenes 2 ver⸗ wandt wurde, welches ſpäter die Form g annahm. Nur ein Wort macht Ausnahme: douccdtre(ſüßlich).— Bei dem
Wechſel von cu und qu wird nicht conſequent verfahren. Je vainquis zog auch nous vainquons u. ſ. w. nach ſich, während vaincons ſtehen konnte. Vaincu ſchrieb man um das Lautbild quu zu vermeiden; ebenſo aucun, chacun, aber quelqwun. In la piqre(Stich) hat u den circonffexe, weil es für un ſteht, welches man in enclouure(Vernageln des Hufes; Knoten, Schwierigkeit) duldete.— Die Härtung des g wird in ſeltenen Fällen auch durch h bewirkt: le Righi(viel üblicher als Rigi), le ghetto, la ghilde.— Um lautbares u nach g zu unterſcheiden, nimmt der folgende helle Vocal des tréma: la ciguë; ambigu, ambiguéë, ambiguité; arguer(ſchließen, folgern), jarguéö.— In la gageure (Wette) iſt die Bezeichnung unterblieben.
Die Schreibung gh für gu findet ſich in verwandten Sprachen; ſo auch das mouillirte l manchmal durch Ih oder gl bezeichnet: Milhau; la bataille de Vouglé(jetzt auch meiſt Vouillé geſchrieben).
Lection 2 und 3.
7. Da im Franzöſiſchen der Wortaccent auf der letzten volltönenden Silbe des Wortes liegt, ſo zeigt die vorletzte Silbe die Neigung ſich zu verkürzen. Aus einem volltönenden Vocal wird dabei oft ſtummes e: le Poitou, l'Anjou, la Champagne, aber les Poitevins, les Angevins, les Champenois.
Ein e in letzter Silbe iſt, wenn Conſonant folgt, gewöhnlich e ouvert und erhält, wenn ſtummes e folgt, meiſt den accent grave: le sel, la selle, le zêèle. Sobald ein derartiges e aus der letzten in die vorletzte Silbe übertritt, wird es entweder e muet(la Rochelle, les Rochelois; les Cévennes, les Cévenols), oder es verſtummt nicht, erhält aber dann den accent aigu(la Suède, les Suédois; l'Ardèche, les Ardéchois, Joseph, Joséphine; Babel, babélique; Reims, les Rémois).
8. Aus dieſem Geſetze erklären ſich die Veränderungen, welche das e in vorletzter Silbe bei Verben der I. Conjugation erleidet, ſobald es in die Tonſilbe tritt. Dabei ſind folgende Einzelheiten zu merken.
Das ô bleibt überall: prêter, je prête, nous prétons.
So bleibt auch ſonſt ein berechtigter Circonflexe erhalten(la fête, feter), während der unberechtigte ſich verwandelt (Géènes, les Génois; extrêème, extrémité).
Das é wird nur in der Tonſilbe zu è, ſonſt bleibt es: répéter, je répète, je répéterai.
Die frühere Ausnahme für die Verben auf— éger iſt jetzt weggefallen, man ſchreibt il assiège wie man auch jetzt le siège, le cortège u. ſ. w. ſchreibt. Auch in J'orfèévre, la sève, complètement, l'avéènement, iſt der frühere accent aigu weggefallen, in Pévénement, l'empiétement, réglementer wurde er beibehalten. In poème, poète iſt der accent grave an Stelle des früher ſehr üblichen tréma getreten.
Stummes e wird auch außerhalb der Tonſilbe zu à: mener, je meène, je mènerai.
Vgl. hiermit Genève, les Génevois, wogegen in Genf ſelbſt les Genevois üblich iſt.(Littré, suppl.) Conſequenz iſt hier zu vermiſſen. Für die Schreibung je répéterai führt man als Grund an, daß wegen des ſtummen e eigentlich die tönende Silbe rai ſofort auf é folge. Geſteht man dieſem Scheingrund Berechtigung zu, ſo wird auf der anderen Seite je méênerai unerklärlich.
9. Neben dem accent grave dient auch die Verdoppelung des Conſonanten zur Bezeichnung des e ouvert. Ein conſequentes Verfahren iſt auch hier nicht zu finden. Neben la chandelle, la curatelle, la tutelle ſtehen la cautèle, la clientèle, neben net, nette ſchreibt man secret, secrète.
Die Verben auf-êler und-éeter verdoppeln in der Regel das l und t vor jedem ſtummen e; dagegen nehmen den accent grave: bourreler(peinigen), celer(verheimlichen) mit déceler(enthüllen),
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