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nothwendige Stücke. Das Titelbild wird auf ſeine Veranſtaltung zu Nürnberg in Kupfer ge⸗ ſtochen. Es ſtellt eine Tempelhalle dar, in deren Vordergrund zwiſchen zwei Säulen unter einem in die Höhe gezogenen Vorhang auf einem Poſtamente der HErr ſteht. Von dem Hei⸗ ligenſchein um ſein Haupt gehen vier Strahlen auf die Häupter der heiligen Evangeliſten, die je zwei und zwei mit Büchern in der Hand zu beiden Seiten des Poſtamentes vor dem Tempel ſitzen. S. Johannes ſchaut mit erhobenem Antlitz den HErrn an, die drei andern ſehen ſich unter einander an. Das Poſtament trägt den Spruch als Inſchrift, über den Auguſt Her⸗ mann Francke im Herbſt 1687 zu Lüneburg vom lebendigen Glauben predigen ſollte, wobei er ſelbſt zum lebendigen Glauben kam:„Dieſes iſt geſchrieben, daß ihr glaubet, Jeſus ſey Chriſtus, der Sohn GOttes, und daß ihr durch den Glauben das Leben habt in ſeinem Namen. Joh. 20, 31.“ Ueber das ganze Bild iſt die Ueberſchrift geſetzt:„JIESUS CHRISTUS ge⸗ ſtern und Heut, und derſelbe auch in Ewigkeit. Ebr. 13, 8,“ und die Unterſchrift iſt der Titel, des ganzen Buches:„Harmonie der vier Evangeliſten.“ Das Werk ſelbſt beſteht aus zwei Foliobänden, ²⁵) die zuſammen 1718 Seiten ausmachen, wozu ein 28 Seiten langer Vorbe⸗ richt, eine„allgemeine Vorbereitung und Einleitung zu denen vier Evangeliſten“ von 145 Seiten und drei Regiſter kommen, und iſt mit dieſem ſeinem Umfang das Zeugniß eines wahr⸗ haft unermüdlichen und anſtaunenswerthen Fleißes.
Die Methode, nach welcher der Freiherr in dem eigentlichen Haupttheil des Buches ver⸗ fährt, iſt dieſe, daß er den ganzen geſchichtlichen Stoff der vier heiligen Evangelien nach einer harmoniſtiſchen Zuſammenſtellung und Ineinsarbeitung, deren einzelne Wendungen und Unter⸗ ſcheidungen von andern derartigen Bearbeitungen darzulegen zu weit abführen würde, in meh⸗ rere Theile und dieſe wieder in Kapitel zerlegt und nun die einzelnen Verſe in der lutheriſchen Ueberſetzung hinſtellt, denen er zuerſt eine Erklärung, die allerdings ſelten auf den Grundtext zurückgeht, und„Lehren und erbauliche Anmerckungen,“ die je nach der Schwierigkeit und dem inneren Gehalt einer Stelle länger oder kürzer ausfallen, folgen läßt. Als Beiſpiel diene S. Math. 7, 7.„Selig ſind die Barmhertzigen, denn ſie werden Barmhertzigkeit erlangen.— Erklärung. Die Barmhertzigen. Die ſich die Noth ihres Nächſten laſſen zu Hertzen gehen, ihm ſeine Fehler zu vergeben, und ihm auch in der Noth mit Hülfe beyzuſpringen. Dieſelbe haben daher auch ein gewiſſes Kennzeichen, und ſind alſo ſelig, daß ſie Barmhertzigkeit bey GOtt gefunden. Eph. V, 3. Col. III, 13.— Barmhertzigkeit erlangen. GOttes Hertz wird gegen ſie in Erbarmen anch offen ſtehen. Seine Barmhertzigkeit wird ewig über ſie walten. Pſ. XLI, 2. CXII, 5. Jac. II, 13. Lehren, und erbauliche Anmerckungen. Nie⸗ mand kan recht barmhertzig ſeyn, der die Barmhertzigkeit GOttes gegen ſich nicht genug erkannt und empfunden hat.— Niemand erweiſet Barmhertzigkeit, daß er nicht ſolte neue Barmhertzigkeit von GOtt erlangen, und dieſes neue Empfangen vieler Barmhertzigkeit kommt
25) Die Angabe in Herzogs Real⸗Encyklopädie im Artikel„Canſtein,“ Th. II, S. 551, daß das Buch in„einem Foliobande“ erſchienen ſei, iſt irrig..
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