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heit, ſondern auch die Hebr. Bibel zu endigen notig wäre, daß er eine gute Zeit von Halle weg wäre: welcher Geſtalt, damit eine gute Summe Geld wiederum in dieſe Lande käme(?), folglich mit gutem Nutzen ſolte angewendet werden. Doch(à?) dieſes letztere, wie ich vermu⸗ thete, hat noster amicus N. dem K. nicht geſaget. Dieſe remonstration hat aber ſo viel ge⸗ fruchtet, daß Er gleich verlanget, man möchte ihm ein memorial geben, Er ſolte ein Jahr lang Urlaub haben. Wir wollen aber ſolches memorial anitzo nicht übergeben und iſt genug, daß wir hiervon verſichert ſeyn. N. ſtehet davor ein und ſoll es allemahl vom König ſchaffen. Derſelbige weiß auch, daß er ſich bey mir in Berlin oder auff dem Lande auffhalten werde....“ Bald darauf begab ſich Michaelis von Halle nach Berlin zu dem Freiherrn. Er konnte es ſich ſpäter nicht verſagen, in der Vorrede zu dem 1720 fertig gewordenen Werke dem inzwi⸗ ſchen geſtorbenen Freiherrn öffentlich Dank zu ſagen:„Sub veris initium A. 1714 ad tem- pus dimissus, ut recuperandae valetudini vacarem, apud perillustrem Dominum,(a- rolum Hildebrandum, Liberum Baronem a Canstein, Dynastam in Canstein cet. por- tum inveni, ex quo per annum et sex menses amissarum virium recuperationem ex- spectarem, et, quantum per valetudinem licebat, notas in Psalterium conscriberem.“¹⁰) Zweierlei kam außerdem dem Profeſſor in dem freiherrlichen Hauſe ſehr zu Statten. Der Gaſtfreund war nämlich einmal in den Beſitz der Bibliothek des 1699 verſtorbenen Freiherrn von Canitz gekommen und hatte ſich beim Auktionsverkaufe, wie früher erwähnt iſt, einen großen Theil und zwar wohl den theologiſcheu wieder erſtanden. Dieſen benutzte Michaelis, wie in ſeinem Lebenslauf ausdrücklich angemerkt wird. ¹7) Dann aber bedurfte er auch im Hauſe des Freiherrn jüngerer Kräfte, die ihm bei ſeiner Arbeit zur Hand giengen, zumal da er in Halle das ganze Collegium orientale zur Verfügung gehabt hatte. Nun war dem Freiherrn bei ſeinen theologiſchen Arbeiten der Theologe Homann behilflich, welcher den jungen Grafen von Zinzendorf auf das Pä⸗ dagogium nach Halle gebracht und dort eine Zeit lang geleitet hatte. Derſelbe unterſtützte ohne Zweifel auch den Profeſſor Michaelis, und da wohl dieſe Doppelarbeit aus mehr als einem Grunde für einen einzelnen jungen Mann unthunlich war, ließ der Freiherr, als Homann 1715 ſeine Stellung bei ihm aufgab, zwei Theologen aus Halle kommen, einen für ſich, Johann Lud⸗ wig Lindhammer,(ſpäter Pfarrer auf dem Neumarkt bei Halle, geſtorben als General⸗Superin⸗ tendent in Oſtfrießland) und Johann Jakob Rambach, den nachherigen Gieſſener Profeſſor, für Michaelis. 18) Doch gieng es nicht anders, als daß auch Lindhammer an dem Michaelisſchen Bibelwerke Hilfsleiſtung thun mußte, wie oben erwähnt iſt. ¹9) Der Freiherr ſelbſt aber wird unmittelbar an dem Werk, das ſo unter ſeinen Augen entſtand, nicht thätig geweſen ſein, da er, von Haus ein Juriſt, des Hebräiſchen wohl nicht mächtig war.
16) Biblia Hebraica.... cura ac studio D. Jo. Heinr. Michaelis.(Halis 1720.) Ad lectorem p. 9.
17) v. Dreyhaupt, Th. II. S. 672 f.
18) Lange, a. a. O. S. 400.
19) In einem Brief von Heinrich Julius Elers, dem erſten Buchhändler der Franckiſchen Stiftungen in Halle, erſcheint im Auguſt 1715 auch Lindhammer als Gehilfe des Profeſſor Michaelis.


