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ihn nach Italien;— nicht allein, daß die reichen Schätze an Antiken in Rom und Neapel im höchſten Grade ſein Intereſſe erregten: er ließ ſich auch(was ſehr charakteriſtiſch für ſeine Geiſtesrichtung iſt) auf den berühmten Univerſitäten zu Bo⸗ logna und Padua förmlich unter die Zahl der Studierenden aufnehmen. Auch geſchah es gewis nicht ohne Abſicht, daß er ſeinen Rückweg gerade über Genf nahm, das damals nicht nur durch ſeine 1552 von Bonnivard begründete große, an hand⸗ ſchriftlichen Schätzen ſehr reiche Bibliothek, ſondern beſonders auch durch ſeine reformierte, ſeit 1538 von Calvin und Theo⸗ dor Beza erneuerte Univerſität berühmt war.
Im Jahre 1506 trat Graf Philipp Ludwig II. ſelbſtändig ſeine Regierung an und vermählte ſich noch in demſelben Jahre mit Catharina Belgica, der Tochter des bekannten Statthal⸗ ters der Niederlande, Wilhelms I. von Naſſau⸗Oranien, die ihm ſchon durch verwandtſchaftliche Bande nahe ſtand. 1⁰). Da⸗ durch wurden natürlich die Beziehungen zu Naſſau⸗Oranien nur noch enger und in Folge deſſen die ſchon vorher unter der Vormundſchaft, beſonders ſeit 1559, begünſtigte reformierte Lehre nunmehr nach der Kurpfälziſchen Confeſſion eingeführt. Noch folgenreicher war die Aufnahme der aus den Niederlan⸗ den vertriebenen reformierten Emigranten, für die ſeit 1597 die Neuſtadt Hanau angelegt ward. Schon im Jahre 1600 wurde da der Grund zu der zwar getrennten, aber unter einem Dach vereinigten walloniſchen(franzöſiſchen) und holländiſchen Kirche gelegt und der ſchwierige Bau bereits 8 Jahre darauf, im Jahr 1608 vollendet.
Was aber dem ſtrebſamen und thätigen Grafen vor allem am Herzen lag, war die Errichtung einer höheren Unterrichts⸗ anſtalt, einer Gelehrtenſchule, die nach dem Vorbild des gymna- sium illustre zu Herborn den Zwecken wißenſchaftlicher Vor⸗ bereitung dienen ſollte. Ohnehin war das Bedürfnis, dem Schulunterricht überhaupt wieder aufzuhelfen dringend genug.


