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weiter auszubilden. So kam er denn auch, von ſeinem Hof⸗ meiſter von Welsberg begleitet, im Jahre 1572 nach Paris, machte dort Bekanntſchaft mit dem Admiral Colygni und ge⸗ riet in der Bartholomäusnacht, unter großen Gefahren, in die Gefangenſchaft des Grafen Courtelin, wurde aber auf des Kö⸗ nigs und der Königin⸗Mutter Befehl alsbald freigegeben, und ſetzte ſpäter ſeine Reiſe bis zum Jahr 1574 fort. Im folgen⸗ den Jahr 1575 trat Philipp Ludwig I. ſeine Regierung ſelb⸗ ſtändig an und führte 1578 die für Hanau⸗Lichtenberg gültige lutheriſche Kirchenordnung vom Jahr 1573 auch in den Ha⸗ nau⸗Münzenbergiſchen Landen ein; die Concordienformel zu unterſchreiben lehnte er jedoch gleich verſchiedenen anderen evangeliſch⸗lutheriſchen Fürſten und Ständen, ab.— Auch ihn ereilte ein früher Tod; er ſtarb in einem Alter von 27 Jah⸗ ren am 4. Februar 1580, und da ſein Sohn und Nachfolger Philipp Ludwig II.(geboren am 18. November 1576) noch nicht einmal 4 Jahr alt war, übernahmen abermals die Gra⸗ fen Philipp IV. zu Hanau⸗Lichtenberg und Johann von Naſſau nebſt dem Grafen zu Sayn⸗Wittgenſtein die vormundſchaftliche Regierung. Seine Mutter, die gräfliche Witwe, Magdalene geborne Gräfin von Waldeck, vermälte ſich 1581 mit einem der Vormünder, dem Grafen Johann von Naſſau und trat dieſem ihrem zweiten Gemahl zu Gefallen zum reformierten Bekenntnis über. In Folge dieſer Verbindung mit Naſſau s) wurde nun der junge Graf Philipp Ludwig II. mit ſeinem jüngeren Bruder zuerſt in reformierte Umgebung verſetzt, und, wie früher ſein Vater, an den gräflich Naſſauiſchen Hof zu Dillenburg gebracht. Zwar widerſetzte ſich der erſte unter den gräflichen Vormündern, Graf Philipp IV. von Hanau⸗Lichtenberg dieſer Maßregel mit der größten Entſchiedenheit, weil er nicht zugeben wollte, daß ſein Mündel in einem andern, als dem rechtlich in der Graf⸗ ſchaft Hanau⸗Münzenberg eingeführten und ausgeübten Reli⸗ gionsbekenntniſſe erzogen werden ſollte, und es erhob ſich in


