Aufsatz 
Geschichte der Gründung und Einweihung des Gymnasiums zu Hanau. Festschrift zum 200jährigen Jubiläum : 2. Teil
Entstehung
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Anfänge viel früher. In der Herſchaft Hanau⸗Lichtenberg hatte bereits Philipp III.(der auch 1526 auf dem Reichstage zu Speier und 1532 auf dem Reichstage zu Regensburg zugegen war) im Jahr 1525 durch einen gewiſſen Fliesbach¹) der Reformation Bahn gemacht. In noch ausgedehnterem Maße ſuchte dann ſpäter ſein Sohn und Nachfolger Philipp IV. hauptſächlich durch den bekannten Fabel⸗ und Liederdichter Erosmus Alberuss) und den Pfarrer Neunheller) oder (wie er ſich nach der damals üblichen gräciſierenden oder lati⸗ niſierenden Manier zu nennen pflegte) Enneobolos das Werk der Reformation zu fördern. Die Grafen von Hanau⸗Lichten⸗ berg blieben fortan, ſo lange die Trennung der beiden Länder währte, der reinen lutheriſchen Lehre getreu. In der Graf⸗ ſchaft Hanau⸗Münzenberg zeigte ſich gleichfalls ſchon Philipp II. (1523 1529) der Reformation geneigt und wenn er auch für ſeine Perſon dem cvangeliſchen Bekenntnis noch nicht beitrat, ſo geſtattete er doch beſonders auf Zureden ſeines Bruders Balthaſar bereits im Jahre 1527 die Beſtellung eines luthe⸗ riſchen Pfarrers und damit die Gründung einer lutheriſchen Gemeinde, die anfangs mit der katholiſchen Gemeinde abwech⸗ ſelnd in der Marien⸗Magdalenenkirche ihre Gottesdienſte hielt. Einen noch entſchiedeneren Fortgang nahm in den Hanau Münzenbergiſchen Landen die Reformation, als nach dem früh erfolgten Tode Philipps II.(er ſtarb in der Blüte der Jahre am 28. März 1529, erſt 28 Jahr alt) Graf Balthaſar für den jungen, bei des Vaters Tode erſt 3 Jahr alten Nachfol⸗ ger, Philipp den III.(geboren am 30. November 1526), mit der Mutter des jungen Grafen Juliane, und(deren nach⸗ maligem Gemahl) dem Grafen Wilhelm zu Naſſau, wie auch dem Grafen Reinhard zu Solms die Vormundſchaft übernahm. Balthaſar erſchien 1530 in Augsburg und war, im kurſächſiſchen Gefolge, bei der Uebergabe der Augsburgiſchen Confeſſion ge⸗ genwärtig; doch trat ſeinen eifrigen Bemühungen fur die Evan⸗